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Mircea Caragea aus Salzwedel gewann Award in Baden-Baden

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Von: Arno Zähringer

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Kann sich zurecht freuen: Mircea Caragea. © Candy Szengel

Der Salzwedeler Mircea Caragea (34) ist kürzlich für seine Abschlussarbeit im Rahmen eines dualen Studiums mit dem Baden-Baden Award 2021 ausgezeichnet worden. Heute arbeitet er am Mecklenburgischen Staatstheater.

Salzwedel – Dass Salzwedeler Künstler mit Preisen bedacht werden, ist nicht gerade eine Selbstverständlichkeit. Aber es kommt glücklicherweise immer wieder vor. Das wiederum spricht für die Qualität der Kreativen aus der Hansestadt und dem Altmarkkreis: Mircea Caragea (34) ist ein Beispiel dafür. Er hat Anfang Dezember den von der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK) 2009 ins Leben gerufene Baden-Baden Award gewonnen. Der Nachwuchspreis wird in sechs Berufskategorien an Absolventen verliehen: Bühnenmaler / -plastiker, Maskenbildner, Mediengestalter Bild und Ton, Veranstaltungskaufleute, Veranstaltungstechniker und Requisiteure.

Mircea Caragea hat in Salzwedel 22 Jahre verbracht, ist hier in die Schule gegangen, ist vielen Hansestädtern bekannt, und gewann Anfang Dezember den ersten Platz in der Kategorie Bühnenmaler / Bühnenplastiker. Seine Arbeit, ein Bogenschütze, ist für ihn eine Allegorie der Zielstrebigkeit. Nach der Vorlage des Originals von Ernst Moritz Geyger 1902 gefertigt, unterscheidet sich die Arbeit jedoch in der Bronze-Imitation stark von der Vorlage. Die hat der Bühnenbildner malerisch nach seinem eigenem Geschmack optimiert.

Der Bogenschütze war seine Abschlussarbeit während des dualen Studiums in Karlsruhe (Baden-Württemberg) und wurde von ihm aus Styropor geschnitzt. „Für die Stabilität fügte ich eine Armierung aus Rundstahl ein, kaschierte die Oberfläche mit Schleiernessel – einem leichten Baumwollgewebe – und beschichtete sie anschließend mt Armierungsspachtelmasse, die nach dem Trocknen aushärtet“, berichtet Mircea Caragea im Gespräch mit der Altmark-Zeitung.

Anschließend wurde die Figur mit einer Bronzeimitation bemalt, um ihr diesen besonderen Look zu geben. Zuletzt folgte die farbige Fassung – eine Bronze-Imitation mit Patina. „Nun steht der Schütze in meinem Garten und ist witterungsbeständig.“ Für die Skulptur hat Caragea ungefähr 17 Arbeitstage benötigt. Der Bogenschütze ist etwa 1,64 groß, mit Bogen 188 Zentimeter.

Nach der Schule hatte sich Caragea in Salzwedel als Porträtzeichner selbstständig gemacht, bevor es ihn in die niedersächsische Hauptstadt Hannover zog. „Dort habe ich mich einige Zeit ausprobiert, in unterschiedlichsten Jobs gearbeitet.“ Langsam kristallisierte sich dann der Beruf des Theaterplastikers heraus. Dafür begann Mircea Caragea eine dreijährige Ausbildung am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Dort entstand auch der Bogenschütze, mit dem er jüngst den ersten Preis gewann.

Seit September vergangenen Jahres arbeitet der Salzwedeler als Bühnentechniker in Schwerin am Mecklenburgischen Staatstheater. Dort setzt er die Ideen der Bühnenbildner um und macht aus einem kleinen Modell ein großes, kulissentaugliches Objekt. „Ich habe deswegen mit sehr vielen verschiedenen Materialien zu tun. Gerade im dreidimensionalen Bereich arbeite ich sehr viel. Häufig handelt es sich dabei um Skulpturen, Figuren oder Materialimitationen wie Gestein, Bronze und so weiter“, erläutert er seine Arbeit.

Momentan arbeitet er am Mecklenburgischen Staatstheater parallel an zwei Inszenierungen. Für das erste Stück „Leuchte, mein Stern, leuchte“, das im April Premiere hat, schnitzt er viele Äpfel in verschiedenen Größen. „Da muss ich die Oberfläche besonders bearbeiten, damit sie verdorben und angebrannt wirken.“ Zusätzlich, für das gleiche Stück, gestaltet der Salzwedeler in Schweriner Diensten noch einen Apfelbaum, der aus Beton wächst.

Für das zweite Stück „Solo Sunny“, das seine Premiere im Februar hat, gestaltet er einen riesigen Fensterrahmen, der sehr leicht sein soll, damit er in der Luft schweben kann.

Neben seinem Job im öffentlichen Dienst als Theatermaler- und -plastiker verkauft Mircea Caragea leidenschaftlich eigene Werke. Teilweise in Massenproduktion oder Arbeiten wie Porträtbüsten oder Figuren für Firmen und Privatkunden. Seiner Heimat Salzwedel ist der 34-Jährige aber immer treu geblieben. So verbrachte er unter anderem die Weihnachtstage und den Jahreswechsel in der Hansestadt.

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