Stadt gibt auch Grünfläche nicht frei / Liestener Sommerfest muss auf Sportplatz ausweichen

Mit Minister, aber ohne Waldbad

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Das Waldbad Liesten ist für diese Saison geschlossen. Alle müssen draußen bleiben. Auch die Waldbadfreunde dürfen ihr Sommerfest nicht auf dem Gelände feiern. Stattdessen ziehen sie nun auf den angrenzenden Sportplatz um.

Salzwedel / Liesten. Die Liestener haben es probiert, aber die Stadtverwaltung hat ihnen nicht nachgegeben. Das Sommerfest, das am Donnerstag, 3. August, ab 12 Uhr beginnen soll (Details siehe Infokasten unten rechts), darf nicht auf dem Gelände des für die Saison geschlossenen Waldbads (wir berichteten) gefeiert werden.

Waldbad-Vereinschef Andreas Weigelt (l.) und Liestens Ortsbürgermeister Ulrich Keitel mit dem Programm des Sommerfestes.

Die Stadtverwaltung habe dies aus Haftungsgründen untersagt, wie die AZ gestern im Gespräch mit Waldbadvereinschef Andreas Weigelt und Ortsbürgermeister Ulrich Keitel erfuhr. Auch das Angebot seitens der Liestener, selbst dafür zu garantieren, dass niemand in die Nähe der Becken kommt, habe die Stadt nicht gelten lassen. Sie komme als Eigentümerin der Anlage nicht aus der Haftung heraus, sei den Liestenern erklärt worden. Nun weichen sie für ihr Fest auf den angrenzenden Sportplatz aus. Das ungewöhnliche Datum an einem Wochentag hat sich aus der Terminlage eines speziellen Gastes ergeben. Gegen 14 Uhr will nämlich Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht vorbeikommen, ebenso Landtagsmitglied Carsten Borchert (beide CDU). „Was mache ich eigentlich, wenn sich der Innenminister das Bad anschauen will?“, fragt sich Ortsbürgermeister Keitel in Hinblick auf die Sperrung.

Dessen ungeachtet dauern die Überlegungen zur Zukunft des Waldbades weiter an. Die Liestener gehen mit dem Umzug auf den Sportplatz einer direkten Konfrontation mit der Stadtverwaltung aus dem Weg. Denn trotz der hitzigen Situation sollen keine Brücken abgerissen werden. Andreas Weigelt und Ulrich Keitel wissen, dass eine mögliche Sanierung des Bades im nächsten oder übernächsten Jahr nur mit der Stadt geht, und zwar im Guten.

Die Enttäuschung ist dennoch da. „Wir durften nicht einmal die Schwimmschulen zu Ende machen“, so Ulrich Keitel. Er verweist auch auf ein Gutachten aus dem Mai 2014, in dem viele der Mängel, die nun zur Schließung des Bades geführt haben, bereits aufgelistet, aber nicht angegangen worden seien.

Von Jens Heymann

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