Einige Altmärker sind auf Unterstützung angewiesen

50 Millionen für soziale Hilfe im Kreis Salzwedel

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Wenn das Geld nicht reicht: Im Altmarkkreis werden mehr Anträge auf Grundsicherung gestellt.

Altmarkkreis – Knapp 50,8 Millionen Euro: Damit konnte Menschen im Altmarkkreis Salzwedel geholfen werden, die alleine ihren Lebensunterhalt nicht aufbringen können. „Ein Anspruch auf SGB II-Leistungen kann selbst bei einer Vollbeschäftigung bestehen.

Als Ursache ist das relativ niedrige Lohnniveau in der Region zu sehen“, heißt es im aktuellen Jahresbericht des Jobcenters.

Darin ist auch aufgeführt, dass Dreiviertel des Geldes im vergangenen Jahr in den passiven Bereich flossen. Dazu gehören unter anderem Arbeitslosengeld II und Sozialgeld (rund 25 Millionen Euro). Aber auch Unterkunft sowie Heizung müssen bezahlt werden – nicht jeder kann dies ohne staatliche Unterstützung. Umzugskosten sowie Erstausstattung für Wohnungen gehören zu den passiven Leistungen. Als aktiv werden beim Jobcenter Eingliederungsleistungen und Arbeitsmarktprogramme eingestuft (2018 zusammen etwa 4,2 Millionen Euro). Dazu zählt unter anderem der Familienintegrationscoach. Die Verwaltungskosten schlugen mit etwa 8,3 Millionen Euro zu Buche und machen rund 16 Prozent des Gesamthaushaltes aus.

4830 Bedarfsgemeinschaften waren 2018 kreisweit registriert. Diese bestehen aus mindestens einem Leistungsberichtigen, im Schnitt sind es zwei. Die Anzahl der Männer (2464) hält sich mit den Frauen (2366) fast die Waage. Die Hauptaltersstruktur liegt zwischen 25 bis 55 Jahren. 659 Leistungsberechtigte sind Alleinerzieher.

Der Anspruch einer Bedarfsgemeinschaft wird im Wesentlichen durch Gegenüberstellung der zu berücksichtigenden Bedarfe und des anzurechnenden Einkommens sowie Vermögens ermittelt. Das Jobcenter hat im Bericht eine alleinstehende Frau mit Teilzeitbeschäftigung (30 Stunden die Woche mit Mindestlohn 2018) als Beispielrechnung aufgeführt.

Der Bedarf beträgt 736 Euro (416 Euro Regelleistung, 260 Euro laufende Kosten für Miete und Nebenkosten, 60 Euro Heizung). Das Nettoeinkommen wird mit 890 Euro beziffert. Beachtet werden zudem Grundfreibetrag (100 Euro) und 194 Euro Erbwerbstätigenfreibetrag bei dem Bruttoeinkommen von 1140 Euro. Das anzurechnende Einkommen liegt in diesem Fall bei 596 Euro. Damit hat die Frau Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II. Und zwar 140 Euro monatlich.

Im vergangenen Jahr wurden im Jobcenter des Kreises 6392 Anträge für Leistungen der Grundsicherung gestellt. Davon waren 1100 neu. Damit wurden 1,9 Prozent mehr Anträge als noch 2017 gestellt.

VON CHRISTIAN ZIEMS 

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