Etwa 250 Wohnungen werden teurer

Mieter der Wobau von Preissteigerungen bei Erdgas (noch) verschont

Gebäude
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Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten am Block in der Lindenallee 3 bis 11 abgeschlossen. Danach soll das Gebäude 13 bis 19 in Angriff genommen werden.
  • VonArno Zähringer
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Etwa 250 Mieter der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Salzwedel (Wobau) müssen mit einer Erhöhung der Mieten rechnen. Sie sollen aber moderat ausfallen, sagte Geschäftsführer Christian Märtens gegenüber der AZ.

Salzwedel – Preissteigerungen im Bereich von Sanierungen machen auch vor der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Salzwedel (Wobau) nicht halt. Denn in den vergangenen Jahren sind die Baupreise und gleichzeitig auch die Kosten für Instandhaltung und -setzung von Wohnungen und Gebäuden erheblich gestiegen. „Seit 2007 haben sie sich durchschnittlich mehr als verdoppelt. Und zwar von 7,70 auf 17,70 Euro pro Quadratmeter und Jahr“, sagt einer, der es wissen muss. Christian Märtens ist Geschäftsführer der Wobau – einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Stadt Salzwedel. Märtens hatte am 1. Dezember 2018 die Nachfolge von Gudrun Bubke angetreten.

Bislang seien im Bestand der rund 2400 Wohnungen der Wobau noch keine „systematischen Mieterhöhungen“ vorgenommen worden. Einige Mieter zahlten noch immer die geringen Nachwendemieten, die bislang lediglich durch Modernisierungsumlage aufgrund von Teilsanierungen oder veränderter Betriebskosten angepasst worden seien. „Vor diesem Hintergrund haben wir überprüft, bei welchen Mietverhältnissen die Miete nicht mehr den aktuellen Marktverhältnissen entspricht und beispielsweise kleiner als 4 Euro pro Quadratmeter ist“, berichtet Märtens.

Deshalb sei entschieden worden, die Miete von rund 250 Wohnungen moderat entsprechend der gesetzlichen Regelungen zu erhöhen. Für Wohnungen vergleichbarer Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage einschließlich der energetischen Ausstattung und Beschaffenheit zahlen laut Geschäftsführer andere Mieter bereits seit Jahren höhere Mieten.

Der Wobau sei die Sozialverträglichkeit der Mieterhöhung in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Deshalb werde der Spielraum von Mieterhöhungen nicht vollständig ausgeschöpft. Zudem soll die „Anpassung im Interesse unserer langjährigen Kunden auf maximal 10 Prozent der Grundmiete sowie maximal 20 Euro monatlich begrenzt“ werden – für Wohnungen, für die bislang weniger als 4 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden.

Dass es mit Blick auf Komplettsanierung und Modernisierung viel zu tun gibt, zeigt das Projekt in der Lindenallee 3 bis 11. Dort wird seit einiger Zeit ein Sechsgeschosser umgebaut. Investitionsvolumen rund 1,9 Millionen Euro (Stand Mai 2021). Doch eines ist jetzt schon sicher. Der Betrag wird nicht reichen, es wird teurer werden. Künftig wird das Gebäude statt sechs lediglich nur noch drei Geschosse haben, statt 60 nur noch 25 Wohnungen. Zwei- bis Sechs-Raum-Wohnungen sollen entstehen, die großen sind für die dritte Etage geplant. Märtens geht im Gespräch mit der AZ davon aus, dass die Arbeiten bis Ende des Jahres abgeschlossen sein werden. Danach sei der benachbarte Block mit den Nummern 13 bis 19 dran.

Entwarnung kann Märtens vorerst mit Blick auf die steigenden Gaspreise geben. Denn der überwiegende Teil der Wobau-Wohnungen werde mit Gas und Fernwärme beheizt. Dazu Märtens: „Mit unseren Versorgungspartnern hatten wir bereits vor dem sprunghaften globalen Anstieg des Gaspreises Festpreisvereinbarungen zu reduzierten Kosten abgeschlossen, sodass unsere Mieter von dieser Preiserhöhung verschont bleiben.“ Zumindest vorerst. Dagegen müssten die Mieter auch die CO2-Bepreisung tragen. Das entspreche 2021 in etwa den mit den Versorgern gegenüber Vorjahren vereinbarten Preisreduzierungen.

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