Schlusslicht

Mieses Zeugnis für Altmark: Experten sehen geringste Entwicklungschancen bundesweit

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„Blühende Landschaften“ hieß es einst – heutzutage nennt sich die Altmark „Grüne Wiese“. Zu Recht, sagen Experten: Die Wirtschaft boome anderswo.

Altmark – Geht es um die Entwicklung Deutschlands, sind der Altmarkkreis Salzwedel und der Landkreis Stendal ganz hinten – so jedenfalls sehen es die Autoren des „Zukunftsatlas 2019“ des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos.

Die Experten setzten die Kreise der Altmark auf die Plätze 400 bzw. 401 (von 401 Städten und Landkreisen).

Besonders in Sachen Wettbewerb und Innovation kann die hiesige Region nicht mit den dynamischen Wachstumsgebieten im Süden Deutschlands mithalten, geht aus der Studie hervor. Dazu gehören unter anderem Faktoren wie das pro Kopf erwirtschaftete Bruttoinlandsprodukt, die Anzahl von Firmengründungen, der Anteil von Arbeitnehmern in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie in Zukunftsfeldern.

Kritisch sehen die Experten von Prognos auch die Einwohnerentwicklung. Die Altmark gehört als ländliche Region zu den Gebieten, die seit Jahren unter dem Fortzug junger Menschen leiden.

Krasses Gegenbeispiel ist die Stadt Wolfsburg. Bedingt durch einen globalen Arbeitgeber wie Volkswagen spielt die Stadt wirtschaftlich in der ersten Liga – und ist dennoch einer der wenigen norddeutschen Vertreter in den oberen Plätzen.

Schlechte Platzierungen in bundesweiten Vergleichen ist für altmärkische Landkreise nichts Neues. Erinnert sei an die „Focus Money“-Studie von 2017, die sogar während des Neujahrsempfanges des Altmarkkreises im Januar 2018 Gesprächsthema war.

Absolut unproblematisch stellt sich der Wohnungsmarkt in der Altmark dar. Der dem „Zukunftsatlas 2019“ angehängte „Immobilienatlas 2019“ bescheinigt der Region eine entspannte Situation. Im Gegensatz zu den Großstädten, die unter dem steten Zustrom von Menschen mehr und mehr überquellen.

VON JENS HEYMANN

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