Geologen auf Spurensuche in den Jeetze-Wiesen

Meteorit: Geheimnisvolle Feuerkugel über Salzwedel

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(Symbolfoto) Laut einem alten Zeitungsartikel landete ein Meteorit in Salzwedel.

eh Salzwedel. Was flog am Abend des 3. Juni 1883 über den Horizont der Hansestadt?

Und wo ist es geblieben? Das Salzwedeler Wochenblatt berichtete 1883: „Einen prachtvollen Anblick gewährte uns gestern Abend zur elften Stunde ein langsam niedergehender Meteorstein von ziemlicher Größe. “ Fest steht, diese Himmelserscheinung gab es. Und das nicht nur über der Hansestadt, weiß der Salzwedeler Amateur-Geologe Ulrich Sperberg.

Nachdem Stadtarchivar Steffen Langusch vor einem halben Jahr den Zeitungsartikel entdeckt hatte, bat er den Salwedeler, dieser Legende nachzugehen. Laut dem damaligen Artikel landete der Meteorit in Salzwedel: „Sein Flug kam der Erde immer näher und fand auf den Jeetze-Wiesen sein Ende, glich einem feurigen Strich, gleich dem einer Rakete.“

Geologe aus Leidenschaft: Ulrich Sperberg forscht nach dem Meteorit in den Jeetze-Wiesen. Seine Ergebnisse präsentierte er der Interessengemeinschaft Geologie.

Liegt seit 130 Jahren ein kosmischer Besucher aus dem All in unmittelbarer Nähe? Diese Antwort kann Ulrich Sperberg klar verneinen. Er recherchierte in astronomischer Literatur und fand relativ schnell Berichte von Augenzeugen aus Gau-Algesheim in Deutschland, Shoreham, Stonyhurst und Ripon in England. Auf dieser ungenauen Basis stellte der Salzwedeler eigene Berechnungen zu Flugbahn und -höhe an. Danach startete der Meteorit seine Flugbahn etwa über Belgien und endete in Norwegen

Die Route über Salzwedel verlief laut Sperberg links vom Kronsberg horizontnah zu den Jeetze-Wiesen. Die damaligen Augenzeugen müssten sich demnach am Nordrand der Stadt, in Bahnhofsnähe, aufgehalten haben.

Über den Verbleib der Feuerkugel kann der Hobby-Geologe nur spekulieren: „Wahrscheinlich ist der Meteorit zerplatzt.“ So bestätigen es auch verschiedene Augenzeugen. Die Erscheinung dauerte zirka 20 Sekunden. A. Hall aus Shoreham berichtete, dass sich der dünne gelbe Streif weiß verfärbte und zerbrach. Das Spektakel erinnerte ihn an Magnesiumsterne, wie sie von Raketen ausgingen, Ein Fakt, der sich mit der kurzen Meldung des Salzwedeler Wochenblattes „gleich dem einer Rakete“ deckt.

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