Innenminister will Waffenverbotszonen einrichten

Messerdelikte in Sachsen-Anhalt im Fokus

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Stellten die Kriminalstatistik vor: Moderatorin Romy Richter, Innenminister Holger Stahlknecht (Mitte) und Landespolizeidirektor Karl-Albert Grewe.

Magdeburg – In Sachsen-Anhalt sollen Waffenverbotszonen an neuralgischen Punkten im Land eingerichtet werden. Das kündigte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) gestern bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2019 an.

Dazu gehöre zum Beispiel der Hasselbachplatz in Magdeburg. Hintergrund ist die zunehmende Zahl von Straftaten mit Verwendung von Messern.

Einen entsprechenden Verordnungsentwurf will der Minister jetzt dem Kabinett vorlegen. Landesweit wurden im vergangenen Jahr 873 derartige Straftaten erfasst und 764 Tatverdächtige ermittelt. Mit 269 Personen sei der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger besonders hoch, betonte Stahlknecht. „In manchen Kulturkreisen wird offensichtlich öfter das Messer gezogen“, sagte er.

Unter dem Strich ist die Kriminalitätsbelastung in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr erneut gesunken. Weniger Straftaten, eine gute Aufklärungsquote und einen deutlichen Rückgang bei Diebstählen weist die Statistik aus. Mit insgesamt 173.346 von der Polizei registrierten Delikten ist erneut ein Zehn-Jahres-Tief zu verzeichnen.

Gradmesser für die Kriminalitätsbelastung ist die Häufigkeitszahl. Die lag bei 7850 Straftaten je 100.000 Einwohner und damit auf einem Fünf-Jahres-Tief. Die Aufklärungsquote liegt jetzt insgesamt bei 55,0 Prozent (55,6 Vorjahr). Genau 62.204 Verdächtige wurden ermittelt. Einen deutlichen Rückgang gab es im Bereich der Diebstahlsdelikte (62 738 Fälle), die weiterhin den größten Anteil an der Gesamtkriminalität ausmachen. Die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle sank im Vergleich zum Vorjahr überdurchschnittlich.

VON CHRISTIAN WOHLT

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