IM GERICHT Drogenutensilien statt Stichwaffe gefunden

Messerangriff vor Döner-Imbiss in Salzwedel: Syrer schlitzte Arm seines Opfers auf

Messerangriff (Symbolbild).
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Messerangriff (Symbolbild).

Salzwedel – Ein 23-jähriger Syrer musste sich wegen gefährlicher Körperverletzung im Salzwedeler Amtsgericht verantworten. Er hatte einen 27-Jährigen, einem ehemaligen Freund, und dessen Auto angegriffen. Ein gemeinsamer Bekannter sollte als Zeuge fungieren.

Ohne Anwalt, aber mit Dolmetscher ging der Fall in die erste Runde.

Was war geschehen? Ende Juni 2019 hatte sich der Vorfall vor einem Döner-Imbiss in Salzwedel zugetragen. Das Opfer und der mutmaßliche Täter hatten sich zuvor zerstritten. Grund dafür war laut Aussage des Angeklagten, dass der 27-Jährige schlecht über ihn gesprochen haben soll. Der Angeklagte begab sich deshalb auf den Weg zu seinem Widerpart. Dieser saß mit einem gemeinsamen Bekannten in einem Döner-Imbiss. Der Angeklagte ging mit einem Messer zum Auto des 27-Jährigen, stach einen Reifen auf und beleidigte den Fahrer. Kurz darauf kam sein Ex-Freund aus dem Imbiss. Nun ging der 23-Jährige mit dem Messer auf ihn los. Das so attackierte Opfer musste zwei Schnittwunden am Arm einstecken. Außerdem renkte er sich bei Abwehrversuchen einen Daumen aus.

Der gemeinsame Bekannte (38), der schon in Syrien in einer Straße mit dem Angeklagten gewohnt hatte, versuchte dazwischen zu gehen und rief dann die Polizei. Als die Beamten eintrafen, befragten diese den vermeintlichen Messermann. Der beharrte jedoch darauf, dass er kein Messer, sondern eine zerbrochene Bierflasche als Waffe benutzt habe.

Beim Durchsuchen der Wohnung des Beschuldigten, nach dem Messer, welches Zeuge und Opfer beschrieben hatten, fanden die Ordnungshüter zwar keine Stichwaffe, dafür aber Zubehör zur Drogenherstellung.

Richter Dr. Klaus Hüttermann kombinierte und wollte von dem Angeklagten wissen, ob es sich um einen Drogenstreit gehandelt habe. Denn der Geschädigte hatte seinen Widersacher wegen Körperverletzung und Drogenhandel angezeigt. Das bestritt der 23-Jährige. Das Opfer hatte jedoch ausgesagt, dass sein Bruder bei dem 23-Jährigen Gras geraucht hatte.

Zurück zur Messerattacke: Das Opfer wie auch der gemeinsame Bekannte berichteten, dass ein weiterer Mann den Vorfall mit angesehen hatte.

Dieser soll nun beim Fortsetzungstermin am Mittwoch, 15. Juli, ab 13.15 Uhr im Salzwedeler Amtsgericht gehört werden.  lz

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