Agentur für Arbeit meldet noch 323 unbesetzte Ausbildungsplätze

Mehr Lehrstellen als Bewerber im Altmarkkreis

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Zimmermanns-Lehrling Paul Busse hat den Ausbildungsplatz in der Zimmerei von Nils Gnoth nach Ferienarbeit und einem Praktikum ergattert. Der 16-jährige Salzwedeler ist im ersten Lehrjahr.

Salzwedel / Altmarkkreis. Im Altmarkkreis werden nach wie vor händeringend Lehrlinge gesucht. Laut Agentur für Arbeit gibt es im Landkreis derzeit noch 323 offene Lehrstellen. Ihnen gegenüber stehen 240 Jugendliche, die noch einen Ausbildungsplatz suchen.

Bedarf gebe es vorrangig im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie in den klassischen Handwerksberufen, sagt Torsten Narr, Leiter der zuständigen Agentur für Arbeit in Stendal. „Wer sich in der Ausbildungssuche nicht zu sehr einschränkt, sondern die ganze Bandbreite der über 300 Ausbildungsberufe nutzt, steigert seine Chancen, im Altmarkkreis eine Ausbildung zu finden“, so Narr.

Zimmermeister Nils Gnoth aus Ritze hingegen kann über fehlende Lehrlinge nicht klagen. Er setzt auf Praktika beziehungsweise Ferienjobs, bevor ein Jugendlicher einen Lehrvertrag bei ihm unterschreibt. „Wenn Jugendliche in meinem Betrieb eine Lehre anfangen, kennen sie das Unternehmen bereits mehrere Monate oder sogar mehr als ein Jahr“, berichtet der Unternehmer.

So wie Paul Busse. Der 16-Jährige ist im ersten Lehrjahr. Derzeit schafft er zusammen mit einem Kollegen auf der Baustelle am Salzwedeler Amtsgericht. Die Arbeit mache ihm Spaß, sagt der Jugendliche. Eines nerve ihn allerdings schon ein wenig an der Ausbildung: „Die Berufsschule für Zimmerleute ist in Wernigerode.“ Zum Blockunterricht muss er alle paar Wochen in den Harz. Fährt er mit der Bahn, muss er gleich zweimal umsteigen. Dass für einige Berufe die Berufsschule nicht vor Ort ist, sorge in manchen Fällen dafür, dass Jugendliche ihre Ausbildung abbrechen, so Narr. „Häufig wird als Grund angegeben, dass die Berufsschule nicht vor Ort ist. Weiterhin gingen Jugendliche, trotz zahlreicher Aktivitäten aller Handelnder, mit einer gewissen eigenen Vorstellung in den Beruf, erlebt dann in einzelnen Fällen jedoch, dass dieses Bild nicht mit dem Arbeitsalltag übereinstimmt“, so der Agentur-Chef. Paul Busse jedenfalls will seine Lehre bei Nils Gnoth beenden. „Dann werde ich weitersehen“, sagt der Jugendliche.

Von Jens Schopp

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