Ehemaliger Beetzendorfer Vater vom Amtsgericht Salzwedel zu einer Bewährungsstrafe verurteilt

Mehr als 10.000 kinderpornografische Fotos

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Mehr als 10 000 Fotos, die kinderpornografische Inhalte zeigen, fanden Polizeibeamte im August 2013 bei der Hausdurchsuchung in Beetzendorf.

bg Salzwedel. Mehr als 10.000 Fotos, die kinderpornografische Inhalte zeigen, fanden Polizeibeamte im August 2013 bei der Hausdurchsuchung in Beetzendorf.

Im Gericht

„Ich hatte ein Alkoholproblem und kann mich nicht daran erinnern, die gespeichert zu haben. Ich habe die Bilder nie nüchtern gesehen“, sagte der 38-jährige Vater einer elfjährigen Tochter gestern vor dem Amtsgericht Salzwedel aus. „Das kann nicht sein. Sie müssen die Bilder doch irgendwo runtergeladen haben. Und auf solche Seiten stößt man nicht einfach so, wenn man betrunken ist“, entgegnete der Vorsitzende Richter Dr. Klaus Hüttermann. „Die Bilder waren auf mehreren Festplatten gespeichert, die müssen Sie doch auch extra gekauft haben.“ Die Gesamtmenge der Bilder betrug mehr als einen Terabyte Speicherplatz. Der alleinerziehende Vater führte sein Alkoholproblem darauf zurück, dass seine Tochter psychische Probleme bekommen habe. „Das war im Jahr 2012. Sie haben aber schon im Jahr 2007 Bilder gespeichert“, schenkte der Richter dieser Erklärung keinen Glauben. Die Tochter des Angeklagten wurde vom Jugendamt in einer Kindereinrichtung untergebracht.

„Der lange Zeitraum vom Jahr 2007 bis wenige Tage vor der Hausdurchsuchung und die Vielzahl der Bilder spiegeln die kriminelle Energie wider. Man kann sich gar nicht vorstellen, welche Handlungen da an den Kindern und Babys vorgenommen werden“, so die Staatsanwältin. Der Anwalt des Angeklagten wies darauf hin, dass sein Mandant in die Nähe von Köln gezogen sei, einen Job gefunden habe und sein Leben neu ordnen wolle.

„Ich hoffe, dass ihre Tochter die Bilder nie sehen musste. Sie haben Glück, dass sie nicht auf den Bildern gefunden wurde“, so der Richter. „Die Strafbarkeit ergibt sich nicht daraus, dass jemand in seinem stillen Kämmerlein sitzt und sich möglicherweise an den Bildern befriedigt. Sondern daraus, dass Kinder dafür auf widerwärtigste Weise missbraucht werden“, erklärte er. Der Angeklagte wurde zu einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, die zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt ist und muss 800 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund zahlen. Zudem muss er sich einem Bewährungshelfer unterstellen und sich an einen Therapeuten wenden.

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