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Mediziner erheben ihre Stimme

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Von: Bernd Zahn

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Demo
Rund 60 Demonstranten protestierten gegen die Impfpflicht im Gesundheitswesen. © Freier Mitarbeiter

Das Thema der Demonstration: „Miteinander für eine Impfentscheidung und ein Ende der Corona-Maßnahmen“. Ein paar rote Luftballons in der Form von Herzen flattern im Wind am Rathausturmplatz, sie gehören den Demonstranten, die gegen die derzeitige Situation im Gesundheitswesen etwas tun wollen.

Salzwedel - Sie sind gegen eine Impfpflicht. Der Anmelder der Demo ist Dr. Bernd Dürholt. Er arbeitet im Salzwedeler Krankenhaus, ist Oberarzt und Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Rettungsmedizin, Primärendoprothetik und Traumatologie.

„Es gibt viele Ängste unter den Mitarbeitern“

„Es gibt viele Ängste unter den Mitarbeitern wegen der Impfpflicht, die ja in einer Form eingeführt wird, dass es zu einer Bedrohung kommt, seinen Job zu verlieren, und das finde ich nicht schön. Dagegen sollte man etwas tun“, schildert der Arzt die Situation am Altmark-Klinikum. Er fügt hinzu: „Vor allem, weil die Menschen im Gesundheitswesen vor noch nicht allzu langer Zeit gefeiert wurden, jetzt stehen sie kurz davor, gefeuert zu werden.“

Demo
Dr. Bernd Dürholt, Oberarzt im Altmark-Klinikum, hatte die Demonstration am Sonnabend in Salzwedel angemeldet. © Freier Mitarbeiter

Wird es denn wirklich dazu kommen? Die Frage brennt besonders den Mitarbeitern im Gesundheits- und Pflegebereich unter den Nägeln. Dr. Bernd Dürholt meint: „Ich denke eher nicht. Aber schon diese Drohkulisse aufzubauen, ist in meinen Augen ein bisschen asozial. Die Kollegen, die jetzt von der Kündigung bedroht werden, sind die, die wirklich wissen, wie man hygienisch arbeitet, wie man vorgeht, um sich beziehungsweise andere nicht anzustecken.“ Das gerade diese jetzt mit Jobverlust bedroht würden, das sei der falsche Weg, findet Dr. Bernd Dürholt. „Selbst Menschen, die nie in Kontakt mit Patienten kommen, fallen darunter. Die Reinigungskraft, die am Abend eine Arztpraxis reinigt, ist ebenso betroffen. Warum?“, fragt der Mediziner.

Es gibt also noch jede Menge Erklärungs- und vor allem Handlungsbedarf. Die Demonstranten, etwa 60 Teilnehmer vorwiegend aus dem Gesundheitswesen, machten sich am Sonnabend über die Neuperverstrasse auf den Weg durch die Stadt – von Ordnungsamt und Polizei begleitet.

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