Geschäftsleute bestätigen: Weniger Kundschaft seit Donnerstag

Maskenpflicht in Salzwedel dämpft Shopping-Lust

Im „Hautnah“-Geschäft ist seit Donnerstag, wie in nahezu allen textilen Läden, weniger los. Wenke Wirth (l.) und Ute Unger glauben, dass sich die Kunden mit Mundschutz noch „komisch“ fühlen.
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Im „Hautnah“-Geschäft ist seit Donnerstag, wie in nahezu allen textilen Läden, weniger los. Wenke Wirth (l.) und Ute Unger glauben, dass sich die Kunden mit Mundschutz noch „komisch“ fühlen.

Salzwedel – Die erste Woche war für die Salzwedeler Geschäftsleute mäßig bis gut. Seit Montag sind die Läden (bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche) wieder geöffnet. Montag bis Mittwoch lief es ganz gut, bestätigen die Inhaber auf AZ-Nachfrage.

Doch seit der Mundschutzpflicht ist die Euphorie offenbar gedämpft: Besonders die Geschäfte mit textilen Angeboten klagen über weniger Kundschaft seit Donnerstag.

„Sehr verhalten“

Diese Kundin schaute sich gestern bei „City Classic“ in der Burgstraße um – mit frühlingshaftem Mund-Nasen-Schutz mit Erdbeer-Motiv. „Alle Kunden tragen den Schutz inzwischen“, freut sich das Verkäufer-Team.

„Die ersten drei Tage waren ok, aber seit der Maskenpflicht ...“, berichtet Helga Käßler von „Lady´s Fashion“ an der Neuperverstraße. Die Stammkunden kämen, aber die Touristen fehlen. „Die Freitage sind eigentlich sehr gute Tage für die Umsätze, aber jetzt ist es doch sehr verhalten. Ich denke, dass das auch mit der Maskenpflicht zusammenhängt“, glaubt Ilona Berg vom „No. 1 Mode Express“. Wenig los ist seit Donnerstag auch in den Schuhgeschäften der Hansestadt. „Montag lief es wieder gut an, aber seit der Mundschutzpflicht ist eher Ebbe“, decken sich die Erfahrungen von Paula Becker von „Reno“ mit denen ihrer Kolleginnen und Kollegen.

„Situation zieht runter“

Jessica Schulz (9) war gestern mit ihrer Mutter shoppen – natürlich mit Mundschutz. Auch bei „Ernsting’s family“ schauten die Beiden vorbei. „Inzwischen kommen alle mit Maske in das Geschäft“, bestätigt Verkäuferin Sabine Heymann.

„Viele gucken erst, aber wenn sie sehen, dass auch die Verkäuferinnen Masken tragen, fühlen sie sich irgendwie besser“, hat Evelin Lietfien von der „Spowa 2.0“ beobachtet. Auch bei ihr ist das Geschäft am Montag gut angelaufen. Donnerstag und Freitag sei, wie überall, eher weniger los gewesen. „Seit Donnerstag läuft es schlechter“, bestätigt auch Wenke Wirth von „Hautnah“ in der Burgstraße. Sie vermutet, dass es für die Kunden „noch komisch“ ist, mit dem Mund-Nasen-Schutz einzukaufen. Auch für die Verkäuferinnen sei es eine Herausforderung, den ganzen Tag lang die Maske zu tragen. Eher Ebbe ist seit Donnerstag auch bei „NOAS“ in der Burgstraße. „Vielleicht auch, weil man nichts richtig anfassen kann oder sollte und weil die Anprobe mit Mundschutz schwierig ist“, mutmaßt Carolin Schumacher. Die gesamte Situation „zieht runter“, vielleicht dämpfe das auch die Shopping-Lust.

„Atmen anstrengend“

Ines Eggers von „City Classic“ setzt auf den Gewöhnungseffekt. „Einige scheuen sich vielleicht noch davor, mit Maske einzukaufen“, sagt sie und verweist darauf, dass das Atmen damit auch anstrengender ist. „Aber es ist toll, dass alle Kunden mit Mundschutz in das Geschäft kommen.“ Viele seien in Kurzarbeit, hätten Angst um ihren Job, „da ist im Moment vielleicht auch nicht die Zeit, Geld für Kleidung auszugeben“. Veranstaltungen finden auch nicht statt – „wozu brauchen die Leute dann was Schickes zum Anziehen?“

VON ULRIKE MEINEKE

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