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8. Mai: Das etwas andere Denkmal

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Ein Salzwedeler bewahrt die Inschriftenplatte des Denkmals, das vor 35 Jahren auf der Erdgas-Feldstation bei Wistedt errichtet und in den 90er Jahren abgerissen wurde, noch immer auf.

Salzwedel / Wistedt - Von Holger Benecke. Zum Tag der Befreiung wurde am 8. Mai 1975 auf der Erdgas-Feldstation bei Wistedt ein Denkmal errichtet, das daran und an die Zusammenarbeit mit sowjetischen Kumpeln erinnerte. Das Denkmal wurde in den 90ern abgerissen. Die Inschriftenplatte bewahrt ein ehemaliger Erdgasmitarbeiter bis heute auf.

Heute, am 8. Mai, wird wieder des Kriegsendes vor 65 Jahren gedacht. Die Linke legt um 10 Uhr traditionell auf dem Perver Friedhof am Ehrenhain für gefallene Sowjetsoldaten ein Gebinde nieder.

Ein Denkmal ganz anderer Art wurde vor 35 Jahren, am 8. Mai 1975, in der Altmark eingeweiht. Auch dieses war dem Ende des Zweiten Weltkriegs gewidmet. Verwies aber zugleich auf die deutsch-sowjetische Gemeinschaftsarbeit auf der Erdgas-Lagerstätte Salzwedel-Pekensen.

Das Denkmal wurde auf dem Gelände der Feldstation bei Wistedt errichtet, wo die so genannte Peckensen 4 (Pes 4), die erste wirtschaftlich gasfündige Bohrung in der Altmark, niedergebracht wurde. Nach der Basisbohrung Salzwedel 2 (Sw 2), die Ende 1964 auf 4 987,95 Meter abgeteuft wurde, gab es 1967 zwei weitere Erkundungsbohrungen.

Am 4. Juli 1967 legte dann eine Bordmannschaft des VEB Erdöl-Erdgas Mittenwalde, Betriebsteil Stendal, auf der Pes 4 los. Im Dezember 1968 erreichten sie die Endteufe von 3 547 Metern. Der letzte Bohrtag war am 22. Februar 1969.

1975 wurde dann dort das Denkmal errichtet, das wie schon erwähnt an den Tag der Befreiung erinnerte und zugleich auf die Zusammenarbeit mit sowjetischen Spezialisten hinwies. Diese halfen mit ihrem Fachwissen den Ergaskumpeln in der Altmark auf die Beine und waren bis 1983 auf den Gasfeldern der Altmark im Einsatz.

Das Denkmal in der Feldstation Wistedt wurde Anfang der 90er Jahre abgerissen. Die Gedenktafel rettete ein Salzwedeler, der sie bis heute sorgfältig aufbewahrt. Wie er berichtet, wurden zeitgleich mit der Pes 4 auch die Sw 3 und 4 abgeteuft. Da diese aber nördlich von Salzwedel unmittelbar an der damaligen Staatsgrenze lagen, wurden die beiden Bohrungen zu Gunsten der Pes 4 zurück gehalten. Diese sollte als erste wirtschaftlich gasfündig werden, erzählte der ehemalige Erdgaskumpel.

Um die Altmark-Lagerstätten zu erschließen wurde am 1. Juli 1969 der VEB Erdöl-Erdgas Salzwedel gegründet. Bis 2005 wurden in der Altmark rund 209 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert.

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