Materieller Schaden der Schändung: 5 477, 18 Euro

Mahnmal soll zum Gedenktag saniert sein

Die Schmiererei ist entfernt, die Buchstaben sind noch verbogen – bis zum 27. Januar soll das geschändete Mahnmal saniert sein.

hob Salzwedel. Das geschändete Ehrenmal für 244 ermordete KZ-Häftlinge an der Ritzer Brücke in Salzwedel wird bis zum 27. Januar, dem Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus, saniert. Hintergrund: Am 31.

Juli 2011 wurde entdeckt, dass das Ehrenmal zerstört worden war – die Gedenkplatte war heruntergerissen und zerschlagen, die Metallbuchstaben der Inschrift mit brachialer Gewalt verbogen und das Mahnmal besprüht. Der Staatsschutz ermittelte in Richtung rechter Szene, konnte bis heute aber weder einen Täter festnehmen noch nähere Erkenntnisse präsentieren.

Die Stadt Salzwedel bekam vom Landesverwaltungsamt 5 477,18 Euro, um das Ehrenmal wieder herzurichten. Die Arbeiten sind angelaufen. Der auf eine der drei Stelen gesprayte Spruch, der auf den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß hinwies, ist entfernt worden. Die roten, auf die Spitze gestellten Dreiecke – Symbol für Kommunisten, die im KZ saßen – sind wieder angebracht. Eine neue Gedenktafel ist in Arbeit. Auch der Auftrag für neue Metallbuchstaben wurde bereits im vergangenen Jahr vergeben, fasste Bauamtsleiter Ralf Burmeister gestern zusammen.

Die Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus wird am Freitag, 27. Januar, ab 16.30 Uhr wie immer in Salzwedel am Mahnmal an der Gardelegener Straße sein, teilten gestern Oberbürgermeisterin Sabine Danicke und Superintendent Matthias Heinrich mit. Stadt und Kirche organisieren diese Stunde am Standort des ehemaligen KZ-Nebenlagers Neuengamme in Salzwedel, in dem rund 3 000 vorwiegend jüdische Frauen untergebracht waren, die während des Zweiten Weltkrieges in der Salzwedeler Drahtfabrik Munition herstellen mussten.

Die Stadt, insbesondere der Arbeitskreis für Weltoffenheit und Demokratie, organisiert auch die Gedenkveranstaltung am 22. Februar. An diesem Tag wurde der Salzwedeler Bahnhof ab 12.10 Uhr von der 8. US-Luftflotte bombardiert. Dieser Luftangriff auf die Hansestadt kostete über 300 Tote.

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