Mehrheit gegen Solarpark-Pläne

Mahlsdorfer Rat lehnt Photovoltaik bei Maxdorf ab

Der Moment der Abstimmung im Mahlsdorfer Dorfgemeinschaftshaus: Die Ortschaftsräte Yvonne Schütze, Tobias Bierstedt (Mitte) und Guido Jieberjahn votieren gegen die Änderung des Flächennutzungsplans und gegen den Bebauungsplan zum Errichten eines Solarparks bei Maxdorf.
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Der Moment der Abstimmung im Mahlsdorfer Dorfgemeinschaftshaus: Die Ortschaftsräte Yvonne Schütze, Tobias Bierstedt (Mitte) und Guido Jieberjahn votieren gegen die Änderung des Flächennutzungsplans und gegen den Bebauungsplan zum Errichten eines Solarparks bei Maxdorf. Ortschef Holger Schulz (2.v.l.) hatte zuvor zugestimmt.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Der Ortschaftsrat von Mahlsdorf hat am Montagabend im Dorfgemeinschaftshaus mit drei zu eins Stimmen gegen das Solarpark-Vorhaben bei Maxdorf gestimmt. Einzig Ortsbürgermeister Holger Schulz sprach sich für das Ändern des Flächennutzungsplans und das Aufstellen eines entsprechenden vorhabenbezogenen Bebauungsplanes aus. Yvonne Schütze, Tobias Bierstedt und Guido Jieberjahn sagten Nein. Ratsherr Arne Beckmann war aufgrund von Befangenheit von der Abstimmung ausgeschlossen.

Mahlsdorf / Maxdorf – Die Ratssitzung ist das erste Glied in der Abstimmungskette bezüglich des geplanten Solarparks. Die Buß Solar GmbH aus Borken (Nordrhein-Westfalen) will hauptsächlich auf Flächen der Tier- und Saatzucht Mahlsdorf GmbH auf rund 86 Hektar Fläche eine Photovoltaikanlage errichten. Das Vorhaben ist bei den Einwohnern der Ortschaft allerdings umstritten, was nicht zuletzt das Abstimmungsergebnis zeigte.

Die Sitzung am Montagabend war auf großes Interesse gestoßen. Einwohner, Stadtverwaltung inklusive Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel sowie Stadträte erlebten die örtliche Entscheidung mit. Diskutiert wurde darüber – zumindest im öffentlichen Teil. Es gab die beiden Abstimmungen, aber keine Diskussion dazu. Ortsbürgermeister Holger Schulz hatte zuvor nur den Einwohnern ein Rederecht zugestanden, jedoch nicht zu Themen der Tagesordnung und damit auch nicht zur Solarpark-Situation. Weil unter anderem das Auto der Bürgermeisterin nach dem öffentlichen Teil, der im Übrigen nur knapp 25 Minuten dauerte, noch ein wenig länger in Mahlsdorf stand, könnte es allerdings hinter verschlossenen Türen noch eine Auswertung der Abstimmungen gegeben haben.

Nicht weniger wichtig war das, was parallel dazu bei Maxdorf passierte. Denn Einwohner hatten Bauausschuss-Vorsitzende Sabine Danicke (Freie Fraktion) eingeladen, sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Ihr folgten auch die beiden Stadträte Marco Heide (Linke) und Roland Karsch (AfD) – ebenfalls Mitglieder des städtischen Bauausschusses. Das ist insofern relevant, weil dieses Gremium am folgenden Montag, 19. April, als nächsthöhere Ebene ebenfalls den geplanten Maxdorfer Solarpark auf der Tagesordnung hat.

Danicke, Heide und Karsch ließen nach Austausch mit Anwohnern durchblicken, die gegenwärtige Planung des 86-Hektar-Parks ihrerseits nicht zu unterstützen. Den Maxdorfern, so der Eindruck vom Abend, scheint insbesondere die etwa 30 Hektar große Teilfläche nördlich und östlich des Dorfes ein Dorn im Auge zu sein. Die solle aus der Planung verschwinden, loteten die Stadträte einen möglichen Kompromiss aus. Marco Heide kritisierte zudem die aus seiner Sicht mangelnde Informationslage der Bauausschussmitglieder, die immerhin entscheiden sollen.

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