Probleme in Wald und Feld / Hoffen auf ein Zusammenbrechen der Population

Mäuse vermehren sich derzeit in Massen

+
Kriechgänge auf dem Feld: Günstige Lebensräume, wie zum Beispiel ungepflegte und verkrautete Kulturen, fördern die Mäuseplage. Davon ist auch die Altmark betroffen.

Salzwedel / Altmark. Eine kaum dagewesene Invasion der Mäuse ist in der Altmark zu beobachten. Die Kleinnager vermehren sich derzeit in Massen. Probleme gibt es in Wald und Feld gleichermaßen.

Bereits der aktuelle Waldschadensbericht des Landes Sachsen-Anhalt (wir berichteten) registrierte die höchste seit 1971 gemessene Mäuseplage überhaupt. Zur dramatischen Entwicklung der Mäusepopulation in der westlichen Altmark befragte die Altmark-Zeitung den Forstmann und Kreis-Naturschutzbeauftragten Ralf Knapp.

Naturschutzbeauftragter Ralf Knapp analysiert die Mäusepopulation.

Er äußerte sich zum Bereich der Waldflächen in der von ihm betreuten Region: „Dort zeigte der Bestand im Herbst wiederum einen hohen Populationsdruck, so dass wir, wie auch im vergangenen Jahr, auf einigen Flächen die Mäuse mit Köder bekämpfen mussten, sofern die kritischen Werte überschritten waren.“ Auffällig sei aber, dass die Zahl der ungefährlichen Langschwanzmäuse (Gelbhalsmaus, Waldmaus und Brandmaus) oft höher war als die der wirklich schädigenden Kurzschwanzmäuse (Rötelmaus, Erdmaus, Feldmaus). „Insofern musste genau abgewogen werden, ob eine Bekämpfung notwendig ist, weil man ja auch relativ viele unschuldige Individuen tötet“, betonte Ralf Knapp.

Der Experte könne zwar nur für seine Bereiche Brunau und Ferchau sprechen, doch auch die anderen westaltmärkischen Förster stöhnen zunehmend über die wachsende Populationsdichte. „Ob die Mäusepopulation zusammenbricht, bleibt abzuwarten.

Normalerweise wäre das der Fall“, ergänzte Ralf Knapp. Denn: Witterung mit Wechsel von Frost und Tauwetter könnte diesen Rückgang begünstigen. Mäuse können extreme Fraßschäden vor allem an jungen Bäumen verursachen und bei Massenvermehrung ganze Kulturen vernichten.

Die Schäden treten vor allem in den Herbst- und Wintermonaten auf. Die Massenvermehrung und Phasen erhöhter Fruchtbarkeit treten bei Mäusen meistens in zwei- bis vierjährigem Rhythmus auf. Günstige Lebensräume, wie zum Beispiel ungepflegte und verkrautete Kulturen, fördern die Mäuseplage. Eine Bekämpfung der Plagegeister kann durch mechanische Fallen und durch so genannte Rodentizide erfolgen. Aus Sicht der Förster gibt es jedoch eine für die Mäusepopulation denkbar ungünstige Witterung: Immer dann, wenn sich Frost und Dauerregen abwechseln, bekommt das den kleinen Nagern gar nicht.

Von Kai Zuber

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare