„Nicht zum Nulltarif“: Jürgen Barth fordert Strategiewechsel zugunsten des Waldbrandschutzes

Löschwassermangel in den Wäldern des Altmarkkreises

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Wie die Landesregierung in ihrer Antwort einräumte, bestehe in Sachsen-Anhalts Wäldern vor allem ein „dringender Erneuerungsbedarf“ an Löschwasserentnahmestellen.
  • VonMatthias Mittank
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Altmarkkreis Salzwedel. Mit 1071 Waldbränden, bei denen insgesamt 526 Hektar Wald deutschlandweit in Flammen aufgingen, war das Jahr 2015 das waldbrandreichste seit zwölf Jahren. Trockenheit und Hitze forderten auch im Altmarkkreis Salzwedel ihren Tribut.

So gingen bei 22 Bränden 5,45 Hektar Wald verloren – mehr als in den drei vorangegangenen Jahren zusammen. Mehr Wald brannte nur im Landkreis Wittenberg (7,71 Hektar). Das geht aus einer großen Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor, die sich Sorgen um den Waldbrandschutz im Land macht.

Wie die Landesregierung in ihrer Antwort einräumte, bestehe in Sachsen-Anhalts Wäldern vor allem ein „dringender Erneuerungsbedarf“ an Löschwasserentnahmestellen. Über die Landkreise sollte deshalb eine Bedarfserfassung erfolgen. Im Altmarkkreis werden derzeit insgesamt acht Feuerlöschteiche, 153 Hydranten, 15 Löschwasserbehälter, neun -brunnen und 55 -entnahmestellen für den Waldbrandfall vorgehalten.

Auch an den für die Brandbekämpfung notwendigen Waldwegen mangelt es nach Einschätzung der Landesregierung „örtlich“ – vor allem im Privatwald. Während im Landeswald von 2011 bis 2015 insgesamt fast 3000 Kilometer Lkw-befahrbare Waldwege für 3,6 Millionen Euro unterhalten und 700 Kilometer für 7,2 Millionen Euro instandgesetzt wurden, seien für den Privatwald im selben Zeitraum nur 3,2 Millionen Euro Fördermittel für 191 Kilometer Waldwege ausgereicht worden.

Da Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds, die zum Waldbrandschutz verwandt werden könnten, in der aktuellen Förderperiode vom Land für andere Programm umgeschichtet wurden, fordert Jürgen Barth, der für Forsten zuständige Sprecher der SPD-Fraktion, einen „Strategiewechsel zugunsten des Waldbrandschutzes“. „Der ist nicht zum Nulltarif zu haben“, unterstrich Barth.

Von Matthias Mittank

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