Computerexperten bekommen teure Anlage seit sechs Jahren nicht in den Griff

Löschen läuft, PC nicht

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Der Führungsraum der Feuerwache für Katastrophenfälle. Dort können PC-Arbeitsplätze aufgebaut werden, um die Kommunikation aufrecht zu erhalten. Nur: Das von Mitarbeitern der Stadtverwaltung betreute EDV-System läuft seit sechs Jahren nicht auf dem benötigten Standard.

Salzwedel. „Die EDV kriegen wir auch noch hin“, sagt Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke. Hintergrund ist die massive Kritik aus den Reihen der Ehrenamtlichen, die Fördervereinsvorsitzender Baldur Berg vorgetragen hatte.

Seit sechs Jahren bekommen es die Mitarbeiter der Stadtverwaltung nicht auf die Reihe, die mehrere tausend Euro teure Anlage auf Feuerwehrstandards zu bringen. Auf dem Laptop, dass die Brandschützer vom Förderverein bekommen haben, geht das problemlos. Das haben die Feuerwehrleute auch selbst gemacht. Bei der EDV-Anlage dürfen sie das nicht.

Auch wenn das Problem hausgemacht zu sein scheint, so ist es auch in anderen Häusern zu finden. Bezirksbrandmeister Michael Geffers versucht seit drei Jahren eine „Kommunikationskiste für Einsätze im Felde“ aufzubauen. Eingeflossen sind darin vor allem Erfahrungen aus den Hochwassereinsätzen der vergangenen Jahre, aus denen die Idee einer solchen Anlage für die Einsatzkräfte geboren wurde. „Es klappt nicht, weil es keinen richtigen Ansprechpartner bei den EDV-Leuten gibt. Genau, wie in Salzwedel“, schüttelt Michael Geffers den Kopf.

Aus anderen Erfahrungen – nämlich aus dem Orkan „Kyrill“, der sich im Januar 2008 auch über der Altmark austobte – hatten die Salzwedeler Feuerwehrleute ebenfalls eine weitere Vernetzung angeschoben, die es bis heute nicht gibt. In der neuen Feuerwache gibt es einen Reserveführungsraum, in dem bei Katastrophenfällen wie „Kyrill“ ein Stab zur Koordination der Hilfe eingerichtet werden kann. Computerarbeitsplätze samt dazugehöriger Technik gibt es dafür auch.

Voraussetzung wäre allerdings, dass die gesamte Vernetzung im Feuerwehrdepot – dort gibt es insgesamt acht Computer – auf dem gleichen Level, nämlich dem der Brandschützer, läuft, damit die für die Einsätze und die Logistik benötigten Daten schnell erfasst und weitergeben werden können. Denn nur so kann zügige Hilfe bei von Unwettern, Feuern oder anderen Katastrophen Betroffenen auch rechtzeitig eintreffen.

Von Holger Benecke

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