Besinnlichkeit ade: Zwei Pretziererinnen testeten gestern neue Spielgeräte

Lieber Toben statt Geloben

Erklärter Lieblingsplatz von Tami Herrmann (vorne) und Elisa Sommerfeld – die Hängematte auf dem Spielplatz hinter der Pretzierer Feuerwehr. Die beiden Mädchen nutzten den gestrigen Ferientag, um die neuen Geräte ausgiebig auf ihren Spaß zu testen. Fotos (3): Heymann

Pretzier. Wer konnte, blieb gestern zu Hause und genoss die Ruhe. Das Wetter war nicht schön und Menschen in Pretzier nur vereinzelt auf den Straßen unterwegs.

Das Interesse an den beiden neu hergerichteten Spielplätzen im Ort, hinter der Feuerwehr und im Wohngebiet in Richtung Groß Chüden dürfte also begrenzt sein.

Während andere Kinder am Weihnachtsbaum ihre neuen Spielsachen ausprobieren, war es Tami Herrmann (elf) und Elisa Sommerfeld (zwölf) nach drei Tagen Besinnlichkeit zu langweilig geworden. So schnappten sie sich ihre Fahrräder und ließen den ganzen Weihnachtstrott für ein paar Stunden hinter sich.

Die Gemeinde hat rund 27 000 Euro in das Neuanschaffen und Reparieren der Geräte gesteckt. Weitere 1000 Euro mussten in den Fallschutz investiert werden. Erst kurz vor dem Fest wurden die Bauarbeiten abgeschlossen.

Tami und Elisa sind diese Hintergründe egal. Sie wollen wissen, was die Geräte taugen, nicht, was sie gekostet haben.

Beide sind sich an diesem Nachmittag einig: Die neue Hängematte ist ihr Favorit. „Da kann man so schön entspannen“, meint Tami, während sie auf ihr weißes Handy guckt. „Nein“, ergänzt sie kurz darauf. „Man kann da chillen.“ Freundin Elisa probiert es in der Zwischenzeit erfolgreich aus.

Doch auf dem Spielplatz geht es auch abenteuerlicher zu. Die beiden Pretziererinnen versuchen freihändig auf einem dicken Tau zu balancieren und kippen jede beinahe vornüber. „Wackelig“, so ihr folgerichtiges Urteil.

Dann wagen sie sich an den „kleinen Extremparcours“, wie die beiden Jugendlichen („Wir sind keine Kinder mehr“) das längliche, aus drei Segmenten bestehende Gerät am Rande des Spielplatzes bezeichnen.

Die Mädchen klettern etwas widerwillig in den Seiltunnel. Elisa sitzt lieber oben drauf.

Über das Segment am anderen Ende – dort muss geklettert werden – schweigen beide lieber. Sie seien nicht drüber gekommen. Hat aber auch niemand gesehen. Bei dem Wetter.

Von Jens Heymann

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