Ehepaar Tanne öffnet ihre Tür zur Aktion „Offene Gärten“ / Hobby verbindet seit 30 Jahren

Liebe, Leidenschaft und Lauch

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Täglich, wenn die Sonne scheint, verbringt das Ehepaar ihre Pause auf der sogenannten Seeterrasse. Auf der Bank sitzend, schweift der Blick über den kleinen Teich, in dem zahlreiche Fische leben.

Salzwedel. Das Ehepaar Heinz und Roswitha Tanne hat am Sonntag Schaulustige in ihrem Garten an der Reimannstraße empfangen. Die Aktion „Offene Gärten“ läutete eine neue Runde ein. „Ich bin im Garten groß geworden“, erzählt Roswitha Tanne.

Seit über 30 Jahren verbindet Heinz und Roswitha Tanne die Leidenschaft zum Garten.

Aber auch ihr Mann Heinz hatte, bereits vor der großen Liebe, seine Leidenschaft für die damals noch kleine Gartenparzelle entdeckt. „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“ – diese Informationen waren für die Gartenexpertin egal. „Ich fragte nach der Größe seines Gartens“, sagt Roswitha Tanne mit einem freudigen Lachen. Die Leidenschaft verbindet die Beiden nach 30 Jahren immer noch. 2006 wurde das idyllische Fleckchen durch das benachbarte Gartenstück erweitert. Von außen erscheint der Garten unscheinbar, erst beim Eintreten wird die Größe deutlich und offenbart sich dem Besucher. Blumen, Gemüse und Obst – Es findet sich alles in der Reimannstraße. „Ins Blumenbeet darf ich nicht rein“, erklärt Heinz, dieses Refugium gehört ganz allein der Gartenexpertin. In vielen bunten Farben strecken die Blumen ihre Köpfe in die Höhe und erfüllen das Areal mit lieblichem Duft.

Die Beiden haben ein Herz für Bienen und Weinbergschnecken.

Beim Rundgang passieren die Besucher auch die Seeterrasse. Täglich, wenn die Sonne scheint, verbringt das Ehepaar ihre Pause an dieser Stelle. Aber am Tag der „Offenen Gärten“ konnten auch die Gäste einen kurzen Stopp am Teich einlegen. Die Runde führt weiter am Gemüsebeet vorbei. „Wir brauchen das ganze Jahr kein Obst oder Gemüse einkaufen“, so Heinz Tanne während des prüfenden Blickes über die unzähligen Kartoffelpflanzen. „Vorsichtig! Hier leben unsere Mitbewohner“, warnt die Blumenliebhaberin beim Gang über den Rasen. Nach einem genauen Blick entdeckt man Weinbergschnecken. Hingegen der Nacktschnecke sind die Gesellen mit eigenem Haus gern gesehen. Sie fressen die Eier der ungeliebten Tierchen, die sich vor allem über die Salate hermachen.

Die Beiden haben ein Herz für Bienen und Weinbergschnecken.

Bei genauem Hinschauen entdecken Kenner auch außergewöhnliche Gewächse im Salzwedeler Garten, wie den Ginkgo aus Asien oder den Enzian aus den Alpen. Ein kleines Geheimnis hat das Rentnerehepaar ebenfalls verraten: „Jeden Tag trinken wir den Tee der Unsterblichkeit, damit wir dem Ginkgo noch 200 Jahre lang beim Wachsen zuschauen können.“ Das Kraut, eigentlicher Name Jiagulan, wächst natürlich auch im Garten. Schmunzelnd gibt Heinz Tanne zu, dass die Geschichte ein klein wenig geflunkert ist: „Es soll aber den Cholesterinspiegel senken.“ Ob es die Liebe zum Garten, zu sich selbst, das frische Gemüse oder der Tee der Unsterblichkeit ausschlaggebend für die Vitalität des Rentnerpaars ist, bleibt ungewiss. Aber Roswitha Tanne ist sich sicher, auch im nächsten Jahr wieder öfter die Pforte zu öffnen, wenn es heißt Tag der „Offenen Gärten“.

Von Ann-Kathrin Rohmann

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