„Leute sind auf Rache aus“

Sabine Schneider-Lesner, Vorsitzende der seit 2009 in Pretzier ansässigen SOS-Pferdehilfe, sieht sich seit vielen Jahren Anschuldigungen ausgesetzt. Sie hat mittlerweile sieben Aktenordner mit Verfügungen und Gerichtsurteilen gesammelt.
+
Sabine Schneider-Lesner, Vorsitzende der seit 2009 in Pretzier ansässigen SOS-Pferdehilfe, sieht sich seit vielen Jahren Anschuldigungen ausgesetzt. Sie hat mittlerweile sieben Aktenordner mit Verfügungen und Gerichtsurteilen gesammelt.

PRETZIER. Die SOS-Pferdehilfe, die seit 2009 in Pretzier ansässig ist, sieht sich derzeit Vorwürfen aus Brandenburg ausgesetzt, auf ihrem vorherigen Sitz in Gieshof-Zelliner Loose im Kreis Märkisch-Oderland ganz und gar nicht tierfreundlich vorgegangen zu sein (wir berichteten). Die Vorsitzende der SOS-Pferdehilfe, Sabine Schneider-Lesner, nahm nun Stellung zu den Anschuldigungen. Von Jens Heymann

Sie sei vom Glauben abgefallen, erklärt Schneider-Lesner, als sie kürzlich in der Märkischen Oderzeitung (MOZ) las, der Amtstierarzt habe aufgrund von Seuchengefahr ein totes Pferd von ihrem ehemaligen Hof in Gieshof-Zelliner Loose abtransportieren lassen. Dieses Pferd gehöre nicht zur SOS-Pferdehilfe.

„Wir hatten nur noch zwei Pferde und zwei Rinder dort, die sich mittlerweile alle in Pretzier befinden. Ein drittes Pferd gab es nicht, und es fehlte auch keins“, ist sich Schneider-Lesner sicher. Seit 2008 seien zudem alle Tiere des Vereins mit einem Chip versehen.

Ob sich in dem Pferd einer befinde und woran es gestorben ist, prüft derzeit das zuständige Veterinäramt in Seelow. Mehr könne dazu momentan aber nicht gesagt werden, erklärten die Behörden.

Schneider-Lesner gibt zu, falsch reagiert zu haben. Als ein MOZ-Redakteur bei ihr anrief und nach dem toten Pferd fragte, habe sie nicht gewusst, was sie sagen solle. „Sie wusste ganz genau, welches Pferd ich meinte“, erklärte der Reporter auf Nachfrage der AZ.

An den Menschen im Kreis Märkisch-Oderland lässt die Vereinsvorsitzende ohnehin kein gutes Haar. „Da sind ständig irgendwelche Leute auf dem Hof herumgelaufen. Mir wurden mehrfach die Pferde freigelassen, Zäune zerschnitten oder große Koppeltore gestohlen“, blickte Schneider-Lesner zurück. „Da haben die Anwohner nie etwas gesehen.“

Mona Ruland, Ansprechpartnerin eines Pferdevermissten-Forums im Internet und diejenige, die der AZ kürzlich eine E-Mail mit den Vorwürfen geschickt hatte, ist für Schneider-Lesner keine Unbekannte. Bereits seit Jahren hetze Ruland gegen sie, so die Neu-Pretziererin. Entsprechend viele Seiten Anwaltspost seien in den vergangenen Jahren verschickt worden. Sieben Aktenordner befinden sich allein bei der Vereinsvorsitzenden.

„In dem Forum von Mona Ruland tummeln sich Leute, denen zu irgendeinem Zeitpunkt aufgrund von Verstößen gegen den Tierschutz die Pferde weggenommen worden waren“, erläutert Schneider-Lesner. „Und die Leute sind auf Rache aus.“ Die SOS-Pferdehilfe sei viele Male angezeigt worden, das Veterinäramt habe jedoch nie konkrete Beweise für Tierrechtsverstöße gefunden. „Von denjenigen, die in der Vergangenheit von der SOS-Pferdehilfe Tiere bekamen oder an sie abgaben, hat sich niemand beschwert“, beteuert Schneider-Lesner.

Die MOZ selbst schrieb im April 2005 noch ganz anders über die SOS-Pferdehilfe. In dem Artikel heißt es sinngemäß, dass die jetzige Pretziererin das Veterinäramt bei der Auflösung eines Hofes unterstützte. Dessen Besitzerin gehöre laut Schneider-Lesner zu den Leuten aus dem Internet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare