1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Salzwedel

Lessing-Schule in Salzwedel unter den Besten

Erstellt:

Von: Lydia Zahn

Kommentare

paar
Heike Herrmann und Stefan Hübner können die Nominierung für den Schulpreis kaum glauben. © Zahn, Lydia

Die Salzwedeler Lessing-Ganztags-Gemeinschaftsschule gehört zu den besten Bildungseinrichtungen in Deutschland. Damit ist sie bereits die zweite Schule in der Hansestadt, die für den deutschen Schulpreis nominiert wurde.

Salzwedel – Eine Jury aus Bildungswissenschaft, Schulpraxis und Verwaltung hat aus mehr als 80 Bewerbungen die besten Schulen ausgewählt. Dazu gehört in diesem Jahr auch die Lessing-Schule. Wie Direktorin Heike Herrmann und ihr Stellvertreter Stefan Hübner der AZ im Gespräch verraten, hätten sie mit diesem Erfolg nicht gerechnet. Waren sie sich doch sicher, nicht so weit zu kommen.

„Wir hatten eigentlich gar nicht vor, uns zu bewerben. Es ist eine Heidenarbeit, die zusätzlich zum Schulalltag dazu kommt“, erklärt Herrmann. Doch eine Frau vom Landesschulamt habe den beiden Führungskräften gut zugeredet und geraten, eben doch an dem Wettbewerb teilzunehmen.

Ein Team unter Leitung der Direktorin stellte mit Zuarbeit des Kollegiums eine 20-seitige Bewerbung zusammen. Darin wird die Schule vorgestellt und was diese so besonders macht. Genaugenommen mussten sechs Kategorien beantwortet werden – Leistung, Vielfalt, Unterrichtsqualität, Schule als lernende Institution sowie der Bereich Schulleben, -klima und außerschulische Partner – die jeweils einen Blick in die Vergangenheit, das Jetzt sowie die Zukunft werfen. Und das alles unter dem diesjährigen Motto „Unterricht besser machen“. Zusätzlich reichte das Lessing-Schulteam noch ein Kurzvideo ein, das auch auf der Internetseite der Einrichtung zu finden ist (https://lessingsek-salzwedel.de/).

In der vergangenen Woche stand dann ein Interview per Videokonferenz mit zwei Jury-Mitgliedern und Vertretern der Schule an. „Nach dem Gespräch hatten wir ein komisches Gefühl“, erinnert sich Herrmann. „Wir dachten, das wars jetzt. Wir sind raus“, fügt ihr Stellvertreter hinzu. Doch dann kam am Montag der Anruf: Sie sind unter den besten 20 und nominiert. „Wir hatten damit gar nicht mehr gerechnet, und ich dachte noch, die sind für eine Absage aber sehr freundlich“, erzählt Hübner und muss lächeln. „Das ist einfach der Preis für deutsche Schulen und unglaublich hoch angehangen. Es gibt keine höhere schulische Auszeichnung in diesem Umfang.“

2019 hatte es bereits die Jeetze-Schule geschafft, unter die 15 Besten zu kommen. „Da kann Salzwedel echt stolz drauf sein, ein solches Bildungsangebot zu haben“, schätzt Heike Herrmann ein und bedankt sich vor allem beim Landkreis für die Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen sowie beim Kollegium für die harte Arbeit.

Doch was zeichnet die Lessing-Schule denn nun genau aus? Herrmann und Hübner sehen viele Vorteile der Bildungseinrichtung an der Lindenallee. Den Grundstein dafür habe aber vor allem der ehemalige Schuldirektor Holger Lahne gelegt, sind sich beide einig.

Ein weiterer Grund sei das 40-Minuten-Unterrichtsmodell, das an der Lessing-Schule schon seit drei Jahren in 80-Minuten-Blockstunden angewandt wird. Der Unterricht wird dabei um fünf Minuten verkürzt und die eingesparte Zeit morgens für andere Angelegenheiten genutzt. Die Lehrer können so etwa Klassenleiteraufgaben erledigen und Schüler für Tests lernen oder Hausaufgaben machen. Das entlaste beide Seiten und verbessere die Beziehungsarbeit, betont die Direktorin.

Außerdem sei die Digitalisierung der Schule ein großer Pluspunkt. „Alles ist digital“, versichert Herrmann. So die Lernplattform, die vor allem durch die Pandemie wichtig wurde, das Noten- und Klassenbuch sowie der Stundenplan. „Die Eltern, Schüler und Lehrer können alles in einer App einsehen“, berichtet Hübner stolz. „Dem Fortschritt sollte man sich nicht verweigern“, sagt er.

Auch die frühe Berufsorientierung, wie den wöchentlichen Tag in der Praxis oder ein geplantes Forschen in der Praxis, sei ausschlaggebend. „Allgemein geben wir den Schülern früh Verantwortung“, erklärt Herrmann und blickt auf die Schülerfirma. Laut Stefan Hübner ist besonders wichtig: „Wir nehmen jeden Schüler so wie er ist, und schenken ihm erst einmal Vertrauen.“

Am 14. und 15. Juni statten Jury-Mitglieder der Lessing-Schule einen Besuch ab und wählen schließlich 15 der 20 nominierten Bildungseinrichtungen für das Finale aus. Die Preise sollen am 28. September in Berlin im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz verliehen werden. Den Erstplatzierten erwarten dort dann übrigens 100 000 Euro.

Auch interessant

Kommentare