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Leseverhalten der Salzwedeler hat sich in der Pandemie kaum verändert

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Von: Christian Reuter

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Wenke Wirth, Inhaberin von Holzwurm & Buchladen, habe über die Pandemie einige neue Kunden gewonnen. © Armon Böhm

Während der Corona-Pandemie mussten viele Einzelhändler ihre Geschäfte schließen. Urlaubsreisen und weitere Freizeitangebote waren ebenfalls betroffen. Buchhandlungen hingegen galten zumindest in Sachsen-Anhalt als systemrelevant und konnten somit offenbleiben. Um herauszufinden, wie die Pandemie das Leseverhalten der Salzwedeler beeinflusst hat, wandte sich die Altmark-Zeitung an Holzwurm & Buchladen sowie an die Buchhandlung Leseland.

Von Armon Böhm

Salzwedel. Laut Wenke Wirth, Inhaberin von Holzwurm & Buchladen, habe der kleine Online-Shop des Unternehmens die Filiale gerettet. Der Laden mag zwar offen gewesen sein, doch durch die geschlossenen Geschäfte drumherum sei die Laufkundschaft ausgeblieben. Neue Kunden konnte der Einzelhandel Wirth zufolge dennoch gewinnen.

Unter Einsteigern hätten auch erfahrenere Leser ihren Weg in die Buchhandlung gefunden. Besonders Bibliotheksbesucher seien während der Schließung von Bibliotheken auf den Buchhandel umgestiegen und würden seitdem weiterhin zum festen Kundenstamm des Buchladens gehören.

Eine Beobachtung, welche Rainer Neitzel, Geschäftsleiter der Buchhandlung Leseland, nicht machen konnte. Ihm sei kein Anstieg neuer Leser aufgefallen. Beziehungsweise neuer Kunden, denn lesen könne man auch über den Online-Großhandel. Neitzel würde sich daher wünschen, dass mehr Leute auf regionale Buchhandlungen zurückgreifen. Der Online-Shop seiner Filiale habe zwar ebenfalls geholfen, doch die Stammkunden seien auch so in das Geschäft gekommen. Was anfangs noch fehlte, waren die Touristen, doch als Inlandsreisen immer beliebter wurden, sei auch dieses Problem gesunken.

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Rainer Neitzel, Geschäftsleiter von Leseland, konnte keine Veränderung feststellen. © Armon Böhm

Die Pandemie habe daher Neitzel zufolge kaum Auswirkungen auf sein Geschäft gehabt. Eher sei das Aufkommen an Kundschaft bei ihm saisonbedingt. Aktuell befände sich der Verkauf durch Schulbücher auf einen Höhepunkt. Der nächste Höhepunkt danach sei dann das Weihnachtsgeschäft. Erst am Anfang eines Jahresbeginns würden sich wieder Umsatzeinbußen zeigen.

Allgemein könne Neitzel feststellen, dass sich immer mehr Jugendliche für Mangas interessieren und daher die Buchhandlung besuchen. Sonst seien regionale Bücher sehr beliebt. Bei Krimis wiederum greife man gerne zu Sebastian Fitzek.

Neitzel selbst interessiert sich besonders für Geschichte und Romane mit Humor. Empfehlen kann er stets „Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown“, ein fiktionaler Roman von der Autorin Anne Helene Bubenzer, in welchem ein 1921 geborener Teddybär von seiner Odyssee durch Europa und damit auch der Geschichte des 20. Jahrhunderts erzählt.

„Ich bin eine Krimi-Tante“, äußerte Wenke Wirth bezogen auf ihr Lieblingsgenre. Ihre Kunden würden durch die Bank weg so ziemlich alles lesen, wodurch ihr keine beliebteren Werke bekannt wären. Krimi-Interessierten kann sie „Die Spur - Er wird dich finden“ von Jan Beck empfehlen.

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