„Lernen, das Gras noch länger wachsen zu sehen“

mei Salzwedel. Noch nie in der Geschichte habe sich der Haushalt so schwierig dargestellt wie heute, sagte Bürgermeisterin Sabine Danicke zu Beginn der Stadtratssitzung am Mittwoch.

Wie berichtet, hagelte es Kritik an der schlechten Vorbereitung des Konsolidierungskonzeptes durch die Verwaltung. „Hätten wir vorher mit allen Betroffenen gesprochen, hätten wir heute gar kein Konzept“, rechtfertigte sich die Bürgermeisterin. Außerdem habe vor Juni gar nicht geplant werden können, weil diverse Schlüsselzahlen nicht früher vorlagen. Diese Ausgangssituation bezeichnete Danicke als „Armageddon“ (in der Offenbarung des Johannes der Ort der endzeitlichen Entscheidungsschlacht im „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, Quelle: Wikipedia).

Die Bürger würden von der Politik nicht Beliebtheit und Sprunghaftigkeit erwarten, sondern Orientierung. Deshalb sei für sie die Führung „eine immer wiederkehrende Her-ausforderung zwischen Wahlen, Sachzwang und Visionen“. Ein „Silberstreif am Horizont“ sei, dass Salzwedels Unternehmer positive Lageberichte und Zukunftsprognosen abgegeben hätten. Wie berichtet, rechnet die Stadt aufgrund dieser Aussage damit, „dass die Steuereinnahmen wieder sprudeln“. Auf dieser Annahme basierend, wird die Gewerbesteuer ab dem nächsten Jahr nicht wie geplant um 40 (reell 11,18 Prozent), sondern nur um 20 auf 360 Prozent erhöht.

Für Begehrlichkeiten sei im Konsolidierungszeitraum (bis 2018) kein Platz. „Wir müssen lernen, das Gras noch länger wachsen zu sehen, wir müssen damit umgehen können, dass, was mutwillig zerstört wird, nicht wieder aufgebaut wird“, untermalte Danicke.

Ihre Verwaltung will bis 2018 knapp 500 000 Euro sparen – „wir leisten unseren Beitrag“, aber die Bürgermeisterin erwartet auch, „dass alle Kreistagsmitglieder für ebensolche Konsolidierungsmaßnahmen im Altmarkkreis sorgen“. Die „Opfer“, die Landkreis-Mitarbeiter mit Stundenreduzierungen gebracht haben, konnten laut Bürgermeisterin „nicht dazu beitragen, dass die Kreisumlage stabil bleibt“. Das dürfe man auch nicht vergessen.

Es werde „höchste Zeit“,gemeinsam die Segel zu hissen, um das hanseatische Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Nur – die Titanic hatte keine Segel ...

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