Eltern besorgt / Papst wirft Landesregierung verfehlte Schulpolitik vor

Lehrermangel auf dem Land

Henningen. Kaum sind die Diskussionen um eine mögliche Schulschließung in Henningen verebbt, da drohen der Bildungseinrichtung neue Probleme: Lehrermangel. Hilfe ist nicht in Sicht. Das für Pädagogen-Nachwuchs zuständige Kultusministerium will keine Lehrer einstellen.

Zudem bremse der Finanzminister, schildert Grundschulleiter Falko Papst die Situation an seiner Bildungseinrichtung.

Ganz konkret fehlt ihm eine Englisch-Lehrerin. Die Kollegin kämpft schon seit längerem mit einer Krankheit, wird auch wohl so schnell nicht wieder in den Schuldienst eintreten, erklärt Papst die aktuelle Sachlage.

Für besorgte Eltern, die um die Bildung ihrer Kinder fürchten, sieht das dann so aus: „In der 3. und vierten Klasse kein Englisch und wenn die Kinder dann in die 5. Klasse kommen, müssen sie es können“, berichtet Nadine Hasenbank. Auch sie schaut in Richtung Kultusministerium und kann nicht nachvollziehen, dass keine Lehrer eingestellt werden. „Wir Eltern wollen nicht länger hinnehmen, was an den ländlichen Schulen passiert, wie das Bildungssystem in den Keller rutscht“, ist Hasenbank entsetzt, dass auch die Lehrer bei ihrem Arbeitgeber, dem Land Sachsen-Anhalt, kein Gehör finden.

109 Schüler werden in Henningen unterrichtet. Papst selbst zählt seit über 30 Jahren zu den jüngsten Pädagogen in Henningen, wie er selbst sagt und wirft der Landesregierung eine „verfehlte Schulpolitik“ vor. Er würde sich schon über junge Referendare freuen, die sein Team entlasten. So versucht der Schulleiter alle durch Krankheit und Weiterbildung entstehenden Lücken zu stopfen, was ihm mit seinem Team gut gelingt. Nur nicht für den Englischunterricht – da fehlt definitiv ein Lehrer oder eine Lehrerin.

Falko Papst: „Wir haben keine Reserven mehr.“ Ein Problem, mit dem nicht nur er, sondern alle Schulen von Diesorf bis Arendsee, inklusive des Gymnasiums zu kämpfen haben, weiß der Schulleiter von seinen Kollegen.

Von Holger Benecke

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