Fraktionschefin der SPD nennt Gründe für Personalschiefstand in den Schulen

Lehrermangel auf dem Land

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Zwischendurch ein Gruppenfoto: Der Salzwedeler SPD-Ortsverein diskutierte am Donnerstag vor allem über den Lehrermangel in der Altmark. Eine mögliche Gegenmaßnahme wäre das Wiederaufnehmen der Pädagogenausbildung am Hochschulstandort Stendal.

Salzwedel / Altmark. Der zunehmende Lehrermangel in der Altmark und generell auf dem Land beschäftigt die Landespolitik. Doch was hierzulande schnell gefordert wird, lässt sich in Magdeburg nicht ebenso schnell umsetzen.

Das gab SPD-Fraktionschefin Dr. Katja Pähle während ihrer Stippvisite am Donnerstag in Salzwedel beim Ortsverein der Sozialdemokraten zu verstehen.

Dass es so viele Lücken in den Reihen der Pädagogen gibt, liege zunächst einmal an damals gültigen Bevölkerungsprognosen, so Pähle. Die hatten für 2020 einen Lehrerüberhang vorhergesehen. „Doch der Überhang ist eher ein Loch“, meinte sie. Eingeleitete Maßnahmen, etwa deutlich mehr Studienplätze, würden sich erst nach Jahren auswirken, da Leute „erst nach sieben Jahren vor der Klasse stehen“. Für das Land problematisch sei allerdings auch die Konzentration auf Gymnasium und Grundschule bei den Studenten, ferner gewählte Fächerkombinationen, mit denen „sie nie in Sachsen-Anhalt eine Anstellung finden“, nannte Pähle beispielsweise die Kombination Spanisch und Katholische Religion. Jedoch übte die SPD-Politikerin auch Kritik am Land: „Wir haben es verpasst, den angehenden Lehrern zu sagen: ,Wir wollen euch auch.‘“ Andere Bundesländer seien dann schneller und schnappten sich die Pädagogen weg.

SPD-Ortsvereinschef Norbert Hundt rückte die Altmark in den Fokus der Diskussion. Er halte es für ein „dickes Problem“, dass an der Hochschule in Stendal keine Lehrerausbildung mehr angeboten werde. Dies wieder zu ändern, sei Gegenstand von Überlegungen, erklärte Pähle. Ebenso wie darüber nachgedacht werde, den Hort zurück in die Verantwortung der Schulen zu geben.

Quereinsteiger sollen nach dem Willen der Genossen die Chance erhalten, fehlende Qualifikationen nachzuholen, vor allem in den Bereichen Didaktik, Pädagogik und Methodik. Außerdem, so Pähle, müssten sie ein zweites Fach erlernen. Eine Schule, die aktuell mit Seiteneinsteigern arbeitet, ist die Salzwedeler Comenius-Schule. Die meisten dort würden es auch packen, so Norbert Hundt.

Was noch fehle, so die altmärkischen Sozialdemokraten, sei die Möglichkeit, Honorarverträge abzuschließen. So könnten Alt-Lehrer kurzfristig Lücken schließen.

Von Jens Heymann

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