Altmärker von historischem Rheingold-Express begeistert / Wartende Zugfans enttäuscht

Legendärer Zug rollt durch Salzwedel

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Der Rheingold rollt in Salzwedel ein.

Salzwedel. Wer am Sonnabend in der Hansestadt den historischen Rheingold-Express sehen wollte, musste viel Geduld und auch etwas Glück haben.

Ganz besonderen Sitzkomfort konnten die Reisenden im Speisewagen von 1928 erleben.

Denn: Der legendäre Luxuszug hatte Salzwedel bei seiner Hinfahrt am frühen Morgen schon eine dreiviertel Stunde früher als geplant passiert. Grund waren Umleitungen auf der Strecke, weshalb der Zug früher startete. Dutzende pünktlich kurz vor acht Uhr mit Kameras anrückende Zugfans aus der ganzen Altmark wurden enttäuscht: Sie sahen nicht einmal mehr die Rücklichter. Andreas Leitel wollte auf dem Salzwedeler Bahnsteig filmen, der dreijährige Leon Helbig die große Dampflok bewundern, doch umsonst. Glück hatte nur Rainer Laukert, der von irgendeinem durchfahrenden Zug Probeaufnahmen machen wollte: „Dann sah ich, dass es der Rheingold-Express war, doch leider ohne die typische Dampf-Lokomotive, sondern mit E-Lok-Antrieb“. Nur einige Hartnäckige wurden am späten Abend dann doch noch belohnt, als der Zug von Bremen und Hamburg zurück nach Halle an der Saale fuhr.

Edda Potas aus Brunau war begeistert.

Unter den Altmärkern, die die luxuriöse Reise im Rheingold-Zug im wahrsten Sinne des Wortes „in vollen Zügen“ genossen, war Edda Potas aus Brunau: „Es war einfach phantastisch. Wir haben in der historischen Bar Braten mit Spargel gegessen und dabei die Aussicht genossen“, berichtete sie. Zwar gab es zeitliche Verzögerungen, aber sonst sei die nostalgische Emsland-Reise mit Besichtigung der Meyer-Werft in Papenburg ein echtes Erlebnis gewesen, so die Brunauerin. Im Zug liefen einige Salonwagen des berühmten Luxuszuges „Rheingold“ aus den Jahren 1928 und 1962 auf höchstem Niveau. Atemberaubende Ausblicke bot die verglaste Aussichtskanzel des sogenannten „Dome-Car“ von 1962. Ursprünglich verkehrte der Rheingold-Express ab 1928 entlang der attraktiven Rheinstrecke von Amsterdam nach Basel. Dafür brauchte er seinerzeit zwölf Stunden.

Von Kai Zuber

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