„Große Sympathie und Vertrauen“

Landwirte in Salzwedel vor den Supermärkten: Verbraucher stärken ihnen den Rücken

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Christian Schmidt aus Siedenlangenbeck (r.) und seine Mitstreiter sprachen am Sonnabend am Kaufland mit den Verbrauchern. „Uns schlug große Sympathie und Vertrauen entgegen“, freute sich der Organisator.

Salzwedel – „Wir rufen zu Tisch“, sagen die Landwirte und meinen damit nicht in erster Linie gutes, regionales Essen, sondern Verhandlungen mit den Bundesministerien für Landwirtschaft und Umwelt. Und dabei wollen vor allem auch sie gehört werden – die Erzeuger.

Zu Tisch riefen die regionalen Landwirte am Sonnabend wieder. Diesmal vor den beiden großen Salzwedeler Supermärkten Edeka und Kaufland.

Dort fanden sie – im Gegensatz zur Bundesregierung – reichlich Gehör. Denn die Verbraucher sind an guten wie auch heimischen Nahrungsmitteln sehr interessiert. „Wir brauchen Leute, die uns den Rücken stärken und Zusagen, die länger als drei Jahre halten“, sagte Landwirt Jörg Liestmann aus Dessau (bei Arendsee). Er und seine Mitstreiter aus Dambeck, Siedenlangenbeck und Stappenbeck verbrachten den Sonnabend vor dem Edeka-Markt, um mit den Verbrauchern direkt ins Gespräch zu kommen.

Jörg Liestmann aus Dessau (r.) informierte mit gleichgesinnten Landwirten vor dem Edeka-Markt über regionale Produkte und die Anliegen der Bauern.

Vor dem Kaufland hatten sich ebenfalls regionale Landwirte um Christian Schmidt aus Siedenlangenbeck gescharrt. Schmidt organisiert kreis- und landesweit die Bauernproteste. Der nächste Termin ist am 17. Januar in Magdeburg, wo die Landwirte sich mit den Landtagsfraktionen treffen.

Den Sonnabend schätzte Schmidt als vollen Erfolg ein. Er hätte nicht gedacht, dass sich so viele Menschen Zeit nehmen, den Landwirten zuzuhören und auch das Gespräch mit den Erzeugern suchen. „Der Großteil der Bevölkerung steht hinter uns“, sind sich Christian Schmidt und seine Mitstreiter nach dem Aktionstag nun noch sicherer.

„Es sind vor allem auch viele junge Leute, die sich Sorgen um die Zukunft machen“, sagt Schmidt. Er weiß aber auch, dass in vielen bäuerlichen Familienbetrieben die Landwirte Angst haben, ob sie den Hof noch an ihre Kinder übergeben können. Und es wird immer schwieriger, Mitarbeiter zu finden.

„Wir fordern Chancengleichheit in der EU und nicht, dass wir wieder der Autoindustrie geopfert werden“, so Schmidt. Im Altmarkkreis haben sich bereits über 230 Landwirte zusammengeschlossen. „Wir produzieren Lebensmittel – die Mittel zum Leben“, macht der Organisator deutlich.

VON HOLGER BENECKE

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