Zwölf Menschen starben auf Straßen im Altmarkkreis / Mehr Unfälle durch über 75-Jährige

Landstraßen in der Altmark bleiben Todespisten

cz Magdeburg / Altmark. Bundes- und Landstraßen bleiben in Sachsen-Anhalt die Todespisten. Die Hälfte aller 2014 im Straßenverkehr Getöteten und 40 Prozent der Schwerverletzten sind außerhalb geschlossener Ortschaften zu beklagen.

Am sichersten sind mit „nur“ 18 Prozent der Todesopfer und zwölf Prozent der Schwerverletzten die Autobahnen. Das geht aus der gestern vorgelegten Unfallbilanz des Landes hervor.

Insgesamt registrierte die Polizei 73 076 Verkehrsunfälle mit 10 613 Verunglückten. Das ist ein deutlicher Rückgang um 3009 Crashs (vier Prozent) und damit der niedrigste Wert seit Einführung der Statistik im Jahr 1991. Die wohl sicherste Schnellstraße im Land ist der im November 2014 freigegebene A14-Abschnitt bei Colbitz. Der Polizei ist auf der „Altmark-Autobahn“ bisher zumindest noch kein schwerer Verkehrsunfall bekannt. Allerdings wurde hier bereits ein Raser geschnappt, der mit über 200 Sachen auf der Tempo 120-Strecke unterwegs war.

Dem insgesamt positiven Trend stehen erschreckende Entwicklungen in bestimmten Bereichen gegenüber. Im vergangenen Jahr starben 138 Menschen auf Sachsen-Anhalts Straßen, einer weniger als im Vorjahr, 2318 wurden schwer verletzt (plus 6,5 Prozent) 8157 leicht (plus 2,3 Prozent). Besondere Sorgen bereiten jugendliche und ältere Verkehrsteilnehmer. So stieg die Zahl der verunglückten 15- bis 17-Jährigen ebenso wie die der über 65-Jährigen deutlich. Besonders auffallend ist die Steigerung bei den über 75-jährigen Verkehrsteilnehmern, die an 5810 Unfällen beteiligt waren (plus 764), und das bei einem sehr geringen Anteil an der Gesamtbevölkerung.

Trotz des hohen Anteils am Unfallgeschehen ist Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) dagegen, wie von Experten vorgeschlagen, die Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen auf Tempo 80 zu begrenzen. Das wäre eine unnötige Überregulierung. Schließlich sei Höchst- nicht mit Mindestgeschwindigkeit gleichzusetzen. Von einem obligatorischen Gesundheitscheck für ältere Fahrer hält er ebenfalls nichts.

Obwohl „Geschwindigkeit“ bei den Hauptunfallursachen nach „Wenden/Rückwärtsfahren“, „Wild“ und „Abstand“ erst auf Platz 4 rangiert, kündigte Stahlknecht an, den Überwachungsdruck aufrecht zu erhalten.

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