Aus für kleine Umgehung

Landesverwaltungsamt will Bundesfeldweg nicht hochstufen

Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (r.) hatte sich den Bundesfeldweg bereits mehrfach angeschaut, zuletzt am 25. Februar 2019 (Bild), und das Ausbauvorhaben gutgeheißen. Nun macht das Landesverwaltungsamt dem Projekt einen Strich durch die Rechnung.
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Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (r.) hatte sich den Bundesfeldweg bereits mehrfach angeschaut, zuletzt am 25. Februar 2019 (Bild), und das Ausbauvorhaben gutgeheißen. Nun macht das Landesverwaltungsamt dem Projekt einen Strich durch die Rechnung.
  • Holger Benecke
    vonHolger Benecke
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Die Bundesfeldwegträume als preiswerte und kurze Ost-Umfahrung von Salzwedel scheinen ausgeträumt.

Salzwedel - Das Landesverwaltungsamt als Straßenaufsichtsbehörde hat dem Kreis mitgeteilt: „Nach Lage, Raum und dem Verkehrsaufkommen ist die Funktion als Kreisstraße nicht gegeben, sodass eine Aufstufung zu einer Kreisstraße nicht begründet ist.“ Diese Bombe ließ Karl-Heinz Schliekau (CDU) am Mittwoch im Salzwedeler Stadtrat platzen. Er hatte dies am Tag zuvor als Kreistagsabgeordneter im Bauausschuss erfahren.

Zur Erinnerung: Seit Jahren ringen Stadt und Kreis darum, den sogenannten Bundesfeldweg zwischen der B 190 und Ritze, eine Gemeindestraße und damit der Stadt gehörend, zur Kreisstraße hochzustufen. Damit sollte eine kleine Ostumgehung der Hansestadt für den Fahrzeugverkehr von der B 248, B 71 und B 190 in Richtung Uelzen und Lüchow und in Gegenrichtung geschaffen werden. Das geht wegen der Ausbaubreite, Stichwort Begegnungsverkehr der Schwerlaster, aber nur mit einer Kreisstraße.

Der Kreis war einverstanden und trieb das Vorhaben seinerseits voran. Zunächst musste jedoch der Übergang für die Amerika-Linie fertiggestellt werden, die den Weg kreuzt. Kurz danach kreuzt auch die alte Strecke Salzwedel-Geestgottberg den Weg. Diese hat die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) gepachtet. Und diese müsste sich im Ausbaufall mit der Eisenbahnaufsichtsbehörde wegen der nur 115 Meter entfernten Amerika-Linie abstimmen. Das Ergebnis stehe noch aus, wurde vom Landesverwaltungsamt mitgeteilt.

Nichtsdestotrotz versagt die Aufsichtsbehörde auch so das Hochstufen des Bundesfeldweges zur Kreisstraße. „Die vorhandenen Verkehrsstrukturen werden als völlig ausreichend vom Landesverwaltungsamt gesehen. Eine kürzere Verkehrsanbindung bzw. Umfahrung des Stadtgebietes von Salzwedel stellt kein Kriterium für einen Ausbaubedarf einer Kreisstraße dar“, zitierte Karl-Heinz Schliekau das Landesverwaltungsamt und sagte: „Das ist wahrscheinlich das Todesurteil für die Kreisstraße.“

Im Salzwedeler Stadtrat gab es eine Schrecksekunde der Ruhe. Bürgermeisterin Sabine Blümel konstatierte ernüchtert: „Wenn das nicht genehmigt wird, ist das Vorhaben gestorben.“ Doch Stadtrat Renee Sensenschmidt (Freie Fraktion) wollte die Ost-Umfahrung nicht so einfach abtun. Er stützte sich auf die Vorschläge der Bürgerinitiative „Westliche Altmark“ und riet im Zusammenhang mit der geplanten Überführung bei Pretzier (B 190/Amerika-Linie) und der ins Auge gefassten B 190 n, alle diese Vorhaben zu bündeln, sodass auch eine Salzwedeler Ost-Umfahrung zustande käme.

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