AZ hört überwiegend positive Stimmen

Landesgartenschau: Erfolg oder doch Risiko?

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Park des Friedens in Salzwedel: Eine Landesgartenschau im Altmarkkreis ist für viele denkbar.

Salzwedel – Ungeachtet der möglichen Probleme, die eine Gartenschau mit sich bringt, halten Abgeordnete in Arendsee und Salzwedel eine solche Landesgartenschau in beiden Städten für machbar.

Verfechter einer solchen Schau ist Jens Reichardt aus Sanne, Stadtrat in der Seestadt und gleichzeitig auch Kreistagsmitglied.

Er lässt keine Möglichkeit aus, eine Bewerbung der beiden Städte für die Landesgartenschau zu thematisieren. „Es geht nicht, das sagt sich einfach. Es geht, das macht Arbeit“, so Reichardt gegenüber der AZ. Er selbst könnte sich vorstellen, dass die Hansestadt Salzwedel und der Luftkurort Arendsee davon profitieren – und das für einen langen Zeitraum.

Reichardt sagte, dass eine erfolgreiche Bewerbung Dinge möglich werden lasse, die angesichts der klammen Haushalte in beiden Städten kaum noch machbar sind. In Arendsee sei es die Seepromenade zwischen Bleiche und Strandbad – immer wieder in der Diskussion, doch nichts passiere. „Wir müssen erkennen, dass eine Landesgartenschau eine Riesenchance ist“, so der Arendseer.

Zehntausende Besucher kämen in die Region. Das Problem, das er sehe, sei die Hotelkapazität. Denn viele Besucher wollen bleiben, und nicht nach einem Tagesausflug in beide Städte wieder abreisen. Eine Bestandsaufnahme der Kapazitäten sei nötig. Aber Hotelier Burghard Bannier (Deutsches Haus) sieht das nicht so problematisch.

Am Beispiel der Bundesgartenschau in Havelberg und dem Umland sei deutlich geworden, dass auch die Hotels im Umland profitierten – bei einer Gartenschau in Salzwedel und Arendsee garantiert auch das Wendland und die Landkreis Stendal. „Ländliche Region und Gartenschau das ist ideal, da kommen so viele Besucher, die uns sonst nicht besuchen würden“, meinte Bannier. Auf die Frage der AZ, wie er das Abschluss-Defizit in Havelberg sehe, sagte er: „Es wird viel Geld für Unnützes ausgegeben. Für den Tourismus lohnt es sich immer.“

Salzwedels Stadtrat Renee Sensenschmidt geht noch einen Schritt weiter. Er befürwortet die Bewerbung des Altmarkkreises mit allen fünf Städten. Die Schwerpunktobjekte müssten definiert werden. In seiner Heimatstadt sieht er gute Chancen für die Aufwertung des ehemaligen Schulenburg-Parks mit neuer Tribüne, des Pfefferteiches und des Tierparks mit Spielplatz. Ohne eine solche Schau wäre das alles kaum machbar, sagte er der AZ.

VON HARRY GÜSSEFELD

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