Haarewaschen wird Pflicht

So läufts: Salzwedeler Friseurmeisterin Birte Laß erklärt die Pandemie-Regeln

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Friseurmeisterin Birte Laß hat alles für ihre Kunden vorbereitet. Ihr Salon ist auf den Andrang vorbereitet, Termine sind weit im Voraus vergeben. Dienstag öffnet sie ihr Geschäft nach sechs Wochen wieder.

Salzwedel – Ab Montag dürfen die Friseurgeschäfte wieder öffnen. Doch die Pandemie-Auflagen sorgen für einen Riesenaufwand in den Geschäften.

Friseurmeisterin Birte Laß, die am Kramstraßenplatz, An der Lorenzkirche 20, ihren Salon betreibt, steckt voll in den Vorbereitungen, um am Dienstag ihr Geschäft wieder zu öffnen.

Ständig wird sie vom Klingeln des Telefons unterbrochen. „Die Kunden müssen sich vorher anmelden und bekommen dann einen Termin“, sagt die Friseurmeisterin. Sie freut sich, nach sechs Wochen ohne Arbeit und ohne Einnahmen wieder für ihre Kunden da sein zu können.

Kinder-Notbetreuung noch nicht geregelt

Birte Laß erläutert im AZ-Gespräch, was bei einem Friseurbesuch alles zu beachten ist. So muss ein Mundschutz getragen werden. Handschuhe seien bei den Kunden nicht nötig. Aber nach dem Betreten des Salons müssen die Kunden sich erst einmal die Hände desinfizieren. Die Geschäftsinhaberin arbeitet mit ihrem Team zu dritt im Salon. Die Räumlichkeiten lassen entsprechende Abstände zu. Markierungen für die Sicherheitsabstände hat die Geschäftsinhaberin auf den Fußböden aufgebracht.

„Meine vier Mitarbeiterinnen arbeiten in Schichten, obwohl ich noch gar nicht weiß, wie das mit der Kinderbetreuung für Friseure geregelt ist“, blättert die Unternehmerin in einem Stapel Unterlagen, die sie von der Berufsgenossenschaft erhalten hat. Doch in der Frage, ob auch Friseurinnen ihre Kinder in die Notbetreuung geben dürfen, ist noch nichts entschieden.

Eine der Pandemie-Anweisungen ist, dass allen Kunden vor dem Haareschneiden diese auch gewaschen werden müssen. „Auch bei Kindern“, ergänzt Birte Laß, „wenn die aber nicht mitmachen, dürfen wir ihnen die Haare nicht schneiden.“ Auch mit Erkältungssymptomen darf niemand zum Friseur gehen.

„Wir stehen die ganze Zeit am Kunden, aber zum Abkassieren müssen wir hinter eine Plexiglasscheibe treten“, wundert sich die Friseurmeisterin über einige Verordnungen. Zu diesen gehört auch, dass die Friseure keine Behandlungen im Gesicht vornehmen dürfen. Bart, Wimpern, Augenbrauen – kein Rasieren, kein Färben, kein Zupfen.

Nach jedem Kunden muss der komplette Arbeitsplatz samt Friseurbesteck, Bürsten, Lockenwickler usw. desinfiziert werden. Auch alle Umhänge müssen nach einmaligem Gebrauch in die Wäsche. „Ich kann auch nicht so viele Kunden annehmen“, erklärt Birte Laß. Während sie vor der Pandemie einer Kundin Farbe aufgetragen hat, konnte sie, während die Farbe einwirkte, einer anderen Kundin die Haare schneiden. Das darf sie nun nicht mehr und muss während der gesamten Behandlung bei einer Kundin bleiben. Es können weniger Kunden pro Tag bedient werden, und es ist ein immenser Mehraufwand. Das Ergebnis: Der Friseurbesuch wird in der Pandemie natürlich teurer.

VON HOLGER BENECKE

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