Kunstmuseum soll 2014 eröffnet werden

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Die Aula des Lyzeums: Mehrfach sind Vandalen durchs Gebäude gezogen. Die geschnitzten Deckenbalken sind wie viele andere architektonische Kleinode noch erhalten.

Salzwedel – Von Holger Benecke. Ein Kunstmuseum im ehemaligen Lyzeum ist auf den Weg gebracht. Durch Vermittlung von Oberbürgermeisterin Sabine Danicke springen Unternehmer der Kunst bei. Danicke hatte bereits vor zwei Jahren begonnen, Kontakte zu knüpfen. Wollte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. „Dem historischen Gebäude wieder ein würdiges Antlitz geben und zugleich Raum für die Kunst zu finden“, blickte die Oberbürgermeisterin zurück.

Die Anfangsoption, so Danicke sei damals noch gewesen, dass die Stadt das Gebäude 1:1 zurückkauft. Zur Erinnerung: Der Hamburger Kaufmann Christian Ferdinand Isernhagen hatte das ehemalige Lyzeum, spätere Pionierhaus und zuletzt Freizeitzentrum im Paket mit einem Wohnhaus am Bahnhof und dem Schloss Neumühle für knapp eine Million DM vom Kreis erworben. Der Preis für das Lyzeum: 35 000 DM.

Doch diese Pläne ließ Danicke sehr schnell fallen. Auch wenn es nicht am Kaufpreis gescheitert wäre, die Sanierungs- und die zu erwartenden Betriebskosten hätte die Stadt nicht aufbringen können. Danicke: „Damit hätten wir uns übernommen.“

Nichtsdestotrotz ließ die Oberbürgermeisterin nicht locker, knüpfte weiter Kontakte. So zum Beispiel mit dem Hilmsener Künstler Hanz Molzberger im vergangenen Jahr in Houston (Texas). Und hatte Erfolg. Der amerikanische Kunst-Liebhaber Gus Kopriva will seine komplette Sammlung dauerhaft einem künftigen Kunsthaus in der Hansestadt ausleihen. Dabei handelt es sich um über 2 000 Exponate, darunter von Picasso, Chagall, Rembrandt und Kollwitz.

„Da hatten wir noch den Gerlach-Speicher im Visier“, sagte Danicke in einem AZ-Gespräch. Auch dort zu erwarten: hohe Sanierungs- und Betriebskosten. Hilfe nahte dann vom Unternehmerkreis Salzwedel. Und das Lyzeum rückte wieder ins Blickfeld. Federführend in Sachen Kunstmuseum, das über eine Stiftung bis 2014 aus der Taufe gehoben werden soll, sind nun die beiden Gornig-Geschäftsführer Dietrich von Gruben und Eckhart Steffens. Beide hätten ihr versichert, in die Stiftung wie auch beim Kauf des Lyzeums mit jeweils 50 Prozent einsteigen zu wollen.

Der Kauf steht kurz bevor. „Ein unterschriftsreifer Notarvertrag liegt vor“, so Danicke. Danach müssen von der Stiftung die Kosten für die Sanierung gestemmt werden.

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