Gestern Abend Übergabe der Stiftungsurkunde / Bereits 200 000 Euro Spenden eingegangen

Kunsthaus: In vier Wochen Baustart

Jetzt gibt es kein zurück mehr: Mit der gestrigen Stiftungsgründung wird das alte Lyzeum definitiv zum neuen Salzwedeler Kunsthaus

Salzwedel. Zwei Jahre hat es von der Idee bis zur Gründung der Kunststiftung Salzwedel gedauert.

Mit der Übergabe der Stiftungsurkunde gestern Abend in der Mönchskirche wurde das Projekt nun auch für die Salzwedeler greifbar, die zwar schon viel von der Kunsthaus-Idee gehört und gelesen hatten, aber am alten Pionierhaus noch nicht so recht erkennen konnten, dass es nun tatsächlich losgeht.

Wie es zu der Idee kam, was zwischenzeitlich hinter den Kulissen passiert ist und vor allem, wie es weiter geht, erfuhren die Salzwedeler gestern während einer Feierstunde, zu der Dietrich von Gruben und Eckhard Steffens namens der Kunststiftung eingeladen hatten. Die Initiatoren begrüßten neben den geladenen Gästen bewusst viele Salzwedeler, um ihr Projekt transparent und für jeden nachvollziehbar zu gestalten. Schließlich soll es ein Kunsthaus für Salzwedel werden.

Die Gornig GmbH hatte das Haus vor anderthalb Jahren von dem Hamburger Kaufmann Christian-Ferdinand Isernhagen erworben. Der hatte das Lyzeum 1995 vom Altmarkkreis Salzwedel im Paket mit weiteren Gebäuden gekauft, aber nichts investiert. So verfiel das stadtbildprägende Gebäude zusehens. Nachdem die Idee für ein Kunsthaus vor zwei Jahren geboren war, erstellten der Hilmsener Künstler Hans Molzberger, KulTour-Amtsleiter Joachim Mikolajczyk, der amerikanische Kunstsammler Gus Kopriva und Dietrich von Gruben ein Konzept. Kopriva, ein Weggefährte Molzbergers, will 85 Bilder namhafter Künstler aus seiner Ausstellung „Broken Brushes“ als Dauerleihgabe in das Kunsthaus geben. Weil Oberbürgermeisterin Sabine Danicke sofort angetan war von der Idee, übernahm sie die Schirmherrschaft. Gestern sprach sie während der Feierstunde gar von einem Jahrhundertwerk. Ein Architektenbüro plante, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte brachten die Stiftungsgründung auf den Weg. Der nächste Schritt war die Information der Salzwedeler mit allen Initiatoren, Unterstützern, Architekten und Interessierten. Ines Kahrens, im Bauamt für den Denkmalschutz zuständig, initiierte eine Ausstellung mit Erinnerungen an das Lyzeum und spätere Pionierhaus in den Geschäften der Innenstadt, während man im Haus selbst dem Schwamm zu Leibe rückte.

Mit der Zusage von Fördermitteln aus dem Programm Stadtumbau Ost in Höhe von 900 000 Euro vom Land hatte man Planungssicherheit – das künftige Kunsthaus beteiligte sich am Tag des offenen Denkmals zum Thema Holz und gewann den Fotoclub für die Dokumentation vor, während und nach der Bauphase.

Laut Dietrich von Gruben war die Zusage der Fördermittel „die Bedingung, dieses Vorhaben unumkehrbar zu beginnen“. Er sagte gestern einen Baubeginn in „hoffentlich vier Wochen“, vorraus. Wenn der Winter mitspielt, können wesentliche Dachdeckerarbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. In zwei Jahren soll das Kunsthaus seine Türen öffnen. Doch bis dahin kommt auf den Stiftungsvorstand und die Mitglieder des Stiftungsrates, die gestern nach der Urkundenübergabe ernannt wurden, noch eine Menge Arbeit zu. Neben Dietrich von Gruben komplettieren Eckhart Sreffens, Geschäftsführer Gornig, Sascha Gille, Rechtsanwalt, und Achim Dehne, Personalchef Sparkasse Altmark West, die Stiftungsspitze. Im Beirat sitzen Carolin Steinfeld, Marketing Altmark-Klinikum, Joachim Mikolajczyk, Leiter Salzwedeler KulTour-Betrieb, Uwe Schulz, Gornig-Mitarbeiter, und Dirk Lüttich, Leiter Commerzbank Salzwedel.

Der Kunstsammler Gus Kopriva sendete noch während der Feierstunde via Internet-Live-Schaltung gemeinsam mit Hans Molzberger Glückwünsche aus Houston, Texas. „Ich bin sehr gespannt und gratuliere zur Gründung der Stiftung. Das ist eine großartige Sache für Salzwedel“, erklärte der Amerikaner dem Publikum.

Von Ulrike Meineke und Marco Heide

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