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Kunsthaus Salzwedel möchte mehr Veranstaltungen im Garten ausrichten

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Von: Arno Zähringer

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Gut besucht war der Kunsthausgarten beim Gastspiel des Ensembles Hauptstadtblech. © Zahn, Bernd

Weil die Resonanz auf das Programm von Sommer bis zum Herbst im vergangenen Jahr „okay“ war, wollen die Verantwortlichen des Kunsthauses den Fokus ihrer Arbeit 2022 auf Veranstaltungen im Kunsthausgarten legen.

Salzwedel – Dabei sollen allerdings die anderen Disziplinen wie Ausstellungen oder auch Lesungen nicht vernachlässigt werden. Das machen Dietrich von Gruben, Vorstandsvorsitzender, und Achim Dehne, Vorstandsmitglied der Kunststiftung Salzwedel, in einem Gespräch mit der Altmark-Zeitung deutlich.

Trotz der Corona-Pandemie verzeichnete die Stiftung 2021 knapp 1000 Besucher, hinzukommen noch weitere 800, die sich die Ausstellungen in der ehemaligen Mädchenschule angesehen haben. Allein etwa 300 interessierten sich für die Werke Jan Vogtschmidts. „Ein Foto muss etwas Malerisches, Poetisches, etwas Schönes haben“, sagte Vogtschmidt, der auch Fotos zeigte, die in der sogenannten Nasskolodiumtechnik entstanden sind.

Aber: Im letzten Quartal des Jahres seien die Zahlen deutlich zurückgegangen. Vor Corona besuchten im Schnitt 70 Gäste die Veranstaltungen, danach sank die Zahl trotz „eines hochwertigen Angebots“ auf etwa 50. Von Gruben und Dehne haben dabei beobachtet, dass Menschen generell Sorgen haben, die Angebote zu besuchen. Doch diejenigen, die gekommen seien, seien sehr diszipliniert gewesen, hätten sich an Maskenpflicht und Hygienekonzept gehalten.

Im ersten Quartal sei dagegen so gut wie nichts gelaufen, und Mitte bis Ende November sei es immer schwieriger geworden. Deshalb haben „wir Ende November zugemacht, weil wir auch eine Verantwortung den Menschen gegenüber haben“, sagte von Gruben. Zwar habe das Organisationsteam überlegt, Veranstaltungen online anzubieten, „aber das wollen wir eigentlich nicht“. Denn das Kunsthaus wolle eben auch ein Treffpunkt sein, an dem sich Menschen austauschen können, erklären von Gruben und Dehne unisono. „Das ist aber im Moment leider nicht möglich.“

Als eine „echte Überraschung“ bezeichnete Dehne die Resonanz auf eine Veranstaltung, die sich mit dem Leben und Wirken Helga Weyhes beschäftigte. „Das war mit vielen Emotionen der Salzwedeler verbunden“, schätzte Dehne ein.

Doch der Blick wird auch nach vorne gerichtet. Festhalten wollen die Verantwortlichen weiter daran, ein „Programm mit qualitativ hohem Anspruch anzubieten“. Dazu stecke man in vielen Gesprächen (Dehne). Und von Gruben ergänzt, dass „wir so wenig wie möglich ausfallen lassen wollen“. Deshalb werde es im Kunsthaus größere Veranstaltungen vermutlich vor April nicht geben.

Schließlich müsste auch die Kostenseite beachtet werden. Deshalb sind beide froh, dass das Kunsthaus finanzielle Unterstützung aus dem Förderprogramm Neustadt-Kultur erhält. Damit fördert der Bundesverband Soziokultur Maßnahmen für die Erhaltung und Stärkung von Kulturzentren, Literaturhäusern und soziokulturellen Zentren sowie kultureller Initiativen. „Mit dem Zuschuss von 5000 Euro können Defizite aufgefangen werden“, berichtete Achim Dehne. Dadurch ist es für die Kunststiftung möglich geworden, das Jahr 2021 mit einer „schwarzen Null“ abzuschließen.

Doch ganz ohne Veranstaltung soll das erste Quartal 2022 nicht beendet werden. So ist am Sonnabend, 12. März, das erste Liegekonzert mit dem Pianisten Jörgen Boots geplant. Er wird im Kunsthaus im leicht abgedunkelten Raum den Flügel in die Mitte rücken. Die Konzertbesucher kommen mit Liegematte, Liegestuhl oder zumindest einem Fußhocker. Von Gruben jedenfalls ist davon begeistert. „Gute vielfältige Kulturangebote, das ist genau das, was wir wollen.“

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