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Kritische Stimmen zum Salzwedeler Hansefest im Marketingausschuss

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Von: Christian Reuter

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Menschen und Händler
Die Stände von fliegenden Händlern sorgten für Unmut beim Hansefest. Die offensive Werbung für Rabatte, etwa am Burggarteneingang, fand so mancher Besucher unpassend. © Jens Heymann

Für Aufregung sorgte der sachkundige Bürger Bernd Zahn während der Sitzung des Salzwedeler Ausschusses für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur am Montag, 11. Juli, mit einer kritischen Anmerkung zum Hansefest am vergangenen Wochenende. Er vermutet, dass dort von Händlern illegale Waren verkauft wurden. Dabei handele es sich um Merchandising-Produkte von Musikern, berichtete er.

Salzwedel. „Ich wollte schon den Zoll anrufen“, sagte Zahn. Er habe dann aber doch darauf verzichtet. Er sorge sich dabei weniger um die Händler, sondern vielmehr um die Käufer solcher Waren, die mit hohen Geldstrafen rechnen müssten, wenn sie mit den nicht lizensierten Produkten erwischt würden.

Nur Mittelaltermarkt von der Stadt organisiert

„Der mittelalterliche Markt wurde von der Stadt organisiert, alles andere hat ein anderer Veranstalter gemacht. Das hat erst einmal nichts mit der Stadt zu tun“, sagte daraufhin die Stadträtin Antje Siegel-Reinhardt (Linke). Dass der Mittelaltermarkt von der Stadt Salzwedel veranstaltet worden war, bestätigte auch Bürgermeisterin Sabine Blümel. Der andere Organisator sei Alex-Veranstaltungen gewesen. Allerdings sagte Blümel auch: „Es gibt immer noch Grauzonen.“

Die Bürgermeisterin hatte in ihrer Auswertung zum Hansefest gesagt, es sei „eine rundum gelungene Sache“ gewesen. Das Kulturamt habe gute Arbeit geleistet, „und aus dem Rest lernen wir“. Auch mit der Vertretung der Hansestädte sei sie zufrieden gewesen. „Dass man sich wieder begegnen konnte, war gut“, sagte Blümel.

Leider habe es diesmal beim Hansefest keine Fahrgeschäfte gegeben, dies sei wegen Personalmangel nicht möglich gewesen. „Ich habe erst am Freitag davon erfahren, dass etliche abgesagt haben“, erklärte Blümel. Allerdings habe es Alternativen für die Kinder gegeben.

Sabine Blümel: „Nicht das Fest schlechtreden“

Zu den Ständen mit fliegenden Händlern sagte die Bürgermeisterin: „Glauben Sie, uns hat das gefallen, dass es dort lauter grüne Schilder gab?“ Auf den Schildern war für die Waren geworben worden, die die Händler verkauften.

Die Szenerie erinnerte sehr an einen Ausverkauf in einem Restpostenmarkt. Sabine Blümel betonte aber auch: „Wir sollten jetzt nicht das Fest schlecht reden.“

Auch Holger Lahne, Ausschussvorsitzender und Stadtrat (SPD/Dorf bis Stadt), äußerte sich positiv zum jüngsten Hansefest: „Es war alles da, was man braucht. Die Leute haben das genutzt, um mal wieder zusammenzukommen. Es war eine gelungene Sache.“

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