Einzelhändler rechnen mit Einschränkungen für sich und die Kunden

Kritik an langer Bauzeit

Straße
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Die 130 Meter lange Sanierung der Burgstraße vom Amtsgericht bis zur Fußgängerzone beginnt am Montag, 9. August, und soll – zumindest laut Plan – im Juni 2022 abgeschlossen sein.
  • VonArno Zähringer
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Dem Beginn der Sanierung der Burgstraße vom Amtsgericht bis zur Fußgängerzone am Montag, 9. August, sehen die dort ansässigen Einzelhändler mit gemischten Gefühlen entgegen. Sie rechnen mit teilweise erheblichen Einschränkungen für ihre Kunden, die nicht mehr mit dem Auto den Streckenabschnitt befahren können. Vor allem für Menschen mit körperlichen Einschränkungen dürfte es schwer werden, die verschiedenen Geschäfte aufzusuchen.

Salzwedel - Ein weiterer Kritikpunkt ist die lange Bauzeit. Nach Angaben der Stadtverwaltung werden die Arbeiten an dem 130 Meter langen Straßenstück im Juni nächsten Jahres abgeschlossen sein. Sofern nichts dazwischen kommt.

Ist vorbereitet: Fotografenmeister Detlef Wunberger.

Auch Detlef Wunberger vom Fotostudio rechnet mit Einschränkungen. „Aber ich bin darauf vorbereitet“, sagt er auf Anfrage der AZ. Seines Wissens soll die Zufahrt über die Kramstraße erfolgen, Parkgelegenheiten stünden bei der Lorenzkirche zur Verfügung. Schließlich müssten Möglichkeiten geschaffen werden, dass die Kunden zu ihm kommen können. Trotz aller Unbill hat Wunberger seinen Humor nicht verloren. „Vielleicht kann ich ja während der Bauzeit vor meinem Haus parken, ohne gleich ein Knöllchen zu bekommen“, sagt er schmunzelnd. Und räumt gleichzeitig mit dem Gerücht auf, dass er sich zur Ruhe setzen wolle. Er bereite seinen Ruhestand lediglich vor.

Will nicht aufgeben: Gerald Jericke.

Im Gegensatz zu Wunberger ist Gerald Jericke (67) bereits in Rente. Er betreibt nebenbei aber immer noch ein Antiquitäten- und Trödel-Geschäft in der sogenannten Seifenhaus-Ecke. „Einschränkungen bin ich inzwischen ja gewohnt“, sagt Jericke rückblickend. Damit meint er den Brand seines Ladens in der Silvesternacht zu 2020. Auch ein benachbartes Wohnhaus fiel den Flammen zum Opfer. Nach dem Feuer sei Corona gekommen und jetzt der Ausbau der Burgstraße. Seine Öffnungszeiten wolle er beibehalten und gibt sich trotzig: „Aufgeben tue ich nicht.“

Weiß nicht, was kommt: Corina Krüger.

„Man weiß ja nicht, wie es wird“, sagt Corina Krüger, die an der Burgstraße einen Kosmetiksalon mit zwei Angestellten und zwei Auszubildenden führt. Ihr sei gesagt worden, dass die Geschäfte zu erreichen seien; sie sieht allerdings Probleme gerade für ältere Menschen mit Rollator. Und weil die Straße nicht befahren werden kann, könnten ihre Kunden auch nicht mehr mit dem Taxi kommen. Erst im November vergangenen Jahres hat sie ihren Betrieb an der Burgstraße angesiedelt, hatte einen Monat geöffnet, dann kam der Lockdown. Momentan laufe es gerade wieder gut, doch jetzt die Sanierung der Burgstraße. Zwar hat sie grundsätzlich Verständnis für die Baumaßnahme, allerdings „verstehe ich nicht, warum das so lange dauert“. Mit ihrer Befürchtung, dass das Projekt auch im Juni 2022 noch nicht abgeschlossen sein wird, steht sie übrigens nicht alleine.

Rund 1,8 Millionen Euro soll der Ausbau der Burgstraße vom Amtsgericht bis zur Fußgängerzone kosten. Umgesetzt werden soll das Projekt in drei Abschnitten. Begonnen wird mit dem Kurvenbereich Holzmarkt- / Burgstraße und reicht bis zur Hausnummer 65 / 67 an der Burgstraße. Dort soll bis Oktober voll gesperrt werden.

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