Kreis will auf Überholspur

Die gegenwärtige Breitbanverfügbarkeit bei allen Technologien bis 2 Mbit/s.Karte: Bundes-Wirtschaftsministerium

Altmarkkreis – Von Holger Benecke. Der Norden Sachsen-Anhalts ist besser versorgt als das übrige Land. Doch wer ist bei steigendem Datenaufkommen und immer mehr Nutzern schon mit 2 Mbit/s zufrieden? Es wird also wieder weiße Flecke geben. Deshalb setzt der Altmarkkreis auf Glasfaser und peilt 50 Mbit/s an.

„Die Breitband-Förderrichtlinien sind auf Systeme bis 2 Mbit/s ausgerichtet“, resümiert Erhard Prehm. Seinem Dezernat untersteht auch die Internetversorgung im Altmarkkreis. Und diese ist eigentlich die beste in Sachsen-Anhalt. Der Norden gilt als gut versorgt. Zumindest, was den Rest des Landes anbetrifft.

Landrat Michael Ziche geht das nicht weit genug. Und damit spricht der Kreischef vor allem den Nutzern auf dem Land aus der Seele. In welcher Langsamkeit bei ihnen Daten ankommen, wenn überhaupt, das macht nicht wirklich Lust aufs Internet. Doch auf der Datenautobahn ist es wie im richtigen Leben: Auf der rechten Spur fährt die lange Kolonne derer, für die das Netz eine Lebensader ihrer Firma ist. Auf der Mittelspur drängeln sich die Freizeitausflügler mit denen, die zum Shoppen wollen. Wer aber die besten Geschäfte, Schnäppchen und Freizeitspaß will, der braucht die dritte Spur, die erst bei 52 428 800 Bit pro Sekunde (entspricht 50 Mbit/s) an eine Lichtgeschwindigkeitsbeschränkung stößt.

Um damit den gesamten Altmarkkreis abzudecken, bietet sich Glasfaser als Lösung an. Eine Lösung, auf die auch der Landrat setzt. Ziche hatte dazu auch schon am 13. Dezember während des Glasfasertages in der Magdeburger Staatskanzlei referiert. Zuvor hatten Altmarkkreis Salzwedel und Landkreis Stendal eine gemeinsame Studie erarbeitet.

Gegenwärtig geht es Schritt für Schritt voran. „Das Internetproblem in Zießau wurde bereits gelöst“, verwies Dezernent Prehm auf eine flächendeckende Versorgung im Bereich Arendsee. Auch Klötze und Beetzendorf seien weitestgehend versorgt, in Kalbe und Gardelegen gibt es teilweise noch Handlungsbedarf, ging Prehm auf die Regionen ein.

Schwierig ist es im Salzwedeler Raum. „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“, umriss Prehm die Situation. Und weiter: „Es wird kreuz und quer diskutiert.“ Auch wenn Glasfaser die Lösung bringen soll, nutze es nichts, darauf zu warten, denn dann warten jene, die auf der Datenautobahn und nicht auf dem Radweg daneben fahren wollen, noch mindestens sechs Jahre.

„Was wir schaffen wollen, das hält dann für Jahrzehnte“, blickte Prehm auf die Glasfaser. Aber: „Wir sind erst dabei, das ins Laufen zu bringen.“ Und dabei war die Gebietsreform nicht gerade förderlich. Weil der Kreis lange Zeit keine verlässlichen Ansprechpartner hatte, um die 50-Mbit-Glasfaserweichen flächendeckend zu stellen. Private scheuen auf Grund der kurzen Vertragslaufzeiten mit den Nutzern solch eine immense Investition, machte Dezernent Erhard Prehm deutlich.

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