Warten auf Lieferungen

Corona: Altmarkkreis Salzwedel sorgt selbst für Schutz

Die Produktion von Schutzanzügen läuft weltweit auf Hochtouren. Das Land und die Kassenärztliche Vereinigung wollten sich um das Beschaffen kümmern. Das laufe aber nur schleppend, wie die Kreisverwaltung festgestellt hat. Sie kümmert sich nun selbst um den Ankauf.
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Die Produktion von Schutzanzügen läuft weltweit auf Hochtouren. Das Land und die Kassenärztliche Vereinigung wollten sich um das Beschaffen kümmern. Das laufe aber nur schleppend, wie die Kreisverwaltung festgestellt hat. Sie kümmert sich nun selbst um den Ankauf.

Altmarkkreis Salzwedel – Es gibt zwei weitere bestätigte Corona-Infektionen im Altmarkkreis, statt zehn sind es nun zwölf (Stand Freitag). „Die zwei neuen Fälle: ein älteres Ehepaar aus Salzwedel“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Beide sind Reiserückkehrer und befanden sich bereits vor der Bestätigung in Quarantäne. Sie haben Symptome, müssen aber derzeit nicht im Krankenhaus behandelt werden. Derzeit befinden sich 95 Einwohner in Quarantäne, bei 76 Personen ist diese abgelaufen.

Probleme gibt es in Sachen Schutz. „Die angekündigten Lieferungen vom Ministerium als auch von der Kassenärztlichen Vereinigung für „Persönliche Schutzausrüstungen“ (PSA) sind in dieser Woche schleppend angelaufen“, informiert die Verwaltung. Die Verantwortlichen vor Ort wollen nicht mehr länger auf Hilfe aus der Landeshauptstadt warten. Der Kreis kümmert sich nun selbst. Auf eigene Initiative wurden Schutzmasken, Schürzen, Handschuhe und Teststäbchen beschafft. „Es muss in unserem Landkreis langfristig für das medizinische Personal in den Krankenhäusern wie auch in den Hausarztpraxen gewährleistet werden, dass ausreichend PSA-Mittel zur Verfügung stehen. Der persönliche Schutz der Mitarbeiter, die jeden Tag in diesen Prozess eingebunden sind, muss an erster Stelle stehen“, erklärt Landrat Michael Ziche und ergänzt: „Der Landkreis hat aktuell alle Hausärzte und Pflegeeinrichtungen angeschrieben, um den notwendigen Bedarf zu ermitteln.“ Wenn dieser vorliegt, werde geprüft, was nötig ist. Dann gelte es zu entscheiden, was der Kreis von seinen eigenen Vorräten wohin gibt.

Hilfen gibt es auch für Unternehmen. Verwiesen wird auf die Programme von Bund und Ländern. In der Kreisverwaltung wurde eine Übersicht erarbeitet, die es Betrieben erleichtern soll, das für sie richtige Modell zu finden. Die Liste kann unter www.altmarkkreis-salzwedel.de (Corona-Aktuell) abgerufen werden und wird immer wieder aktualisiert. Mitarbeiter des Sachgebietes Wirtschaft beraten. Sie können von montags bis freitags telefonisch erreicht werden: (03901) 84 02 60 / 84 02 60 /84 03 45 und 84 03 47.

In der gestrigen Pressemitteilung wird auch auf das neue Fieberzentrum auf dem Salzwedeler Fuchsberg eingegangen. Am gestrigen Freitag waren 13 Personen zum Test angemeldet. Das Zentrum hat von montags bis freitags geöffnet. Die Anmeldung erfolgt über die Hausärzte.

Anmeldungen sind auch nötig, wenn Kinder auf den Schulbus angewiesen sein. In diesem Fall gibt es Hilfe von der Personenverkehrsgesellschaft, die ihren Fahrplan bis zum 19. April auf die Ferienzeit umgestellt hat. Das Unternehmen kann täglich von 6 bis 22 Uhr unter Tel. (03901) 30 40 30 erreicht werden.

Die Kreisverwaltung selbst hält ebenfalls an ihrer Corona-Hotline fest. Sie ist am heutigen Sonnabend und morgigen Sonntag von 8 bis 16 Uhr erreichbar: Tel. (03901) 84 07 90 / 791.

VON CHRISTIAN ZIEMS 

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