Ein Essenlieferant und ein Restaurant betroffen

Schaben, Schimmel, Feuchtigkeit: Kreis schließt Gebäude an der Hoyersburger Straße

Haus / Gebäude
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Nach der Schließung des Gebäudes an der Hoyersburger Straße haben inzwischen die ersten Umbauten begonnen.
  • VonArno Zähringer
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  • Jens Heymann
    Jens Heymann
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Wegen mangelnder Hygiene und erheblichen Schädlingsbefalls hat der Altmarkkreis ein Gebäude an der Hoyersburger Straße und die darin befindlichen Betriebe geschlossen. Davon betroffen sind ein Essenlieferant und ein Restaurant.

Salzwedel – Unter anderem wegen mangelnder Hygiene hat das Ordnungsamt des Altmarkkreises Salzwedel einen Betrieb an der Hoyersburger Straße in Salzwedel geschlossen. In dem Gebäude sind ein Essenlieferant sowie ein 100 Plätze umfassendes chinesisches Restaurant untergebracht.

Der Betrieb war am 23. September zum wiederholten Mal kontrolliert und „aufgrund der Missstände noch denselben Tag geschlossen worden, weil die festgestellten Mängel nicht kurzfristig zu beheben waren“, teilt Inka Ludwig vom Presseteam des Landkreises auf Anfrage der AZ mit. In dem Haus sei „erheblicher Schädlingsbefall“ festgestellt worden, der „nur unter Einbeziehung des gesamten Gebäudes bekämpft werden kann“, schreibt der Landkreis. Konkret habe es sich dabei um Schaben, Feuchtigkeit und Schimmel gehandelt.

Die Schließung des Betriebs und des Gebäudes scheinen die logische Folge nicht eingehaltener Vorgaben des Kreises durch den Essenslieferanten zu sein. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen mehrfach Besuch des Kreisordnungsamtes. Dabei seien „schwerwiegende Mängel in der Arbeits-, Personal- und Betriebshygiene“ festgestellt und vom Kreis auch moniert worden. Zudem habe es auch „bauliche Mängel“ gegeben. Im Anschluss an die Kontrollen wurde die Beseitigung der Mängel angeordnet. Darüber hinaus seien wiederholt Verwarnungen ausgesprochen und auch Bußgelder verhängt worden.

Durch die Schließung des Betriebs konnten verschiedene Kindertagesstätten in Salzwedel nicht mehr mit Mittagessen versorgt werden. Doch vorerst scheint dieses Problem gelöst zu sein. Denn dem Eigenbetrieb „Kindertagesstätten Salzwedel“ ist es gelungen, eine Übergangslösung zu finden. So werden die Kita „Schwalbennest“ und der Kindergarten „Spatzennest“ von zwei unterschiedlichen Anbietern mit Essen beliefert.

Zwei Wochen ohne Essen

Auch die Perver-Grundschule war vom Lieferstopp betroffen. Schulleiterin Angela Ritter-Hundt ist „sehr froh über die engagierten Eltern, die sich ganz schnell auf die Suche nach einem neuen Anbieter gemacht haben“. Und letztlich auch fündig wurden. Zwei Wochen lang gab es in der Perver-Grundschule kein Mittagessen, doch seit Montag wird die Bildungseinrichtung wieder mit Mahlzeiten versorgt. Und zwar von einem Unternehmen mit Sitz in Magdeburg, das die Speisen allerdings auch in Klötze zubereitet. In dieser Woche sei es zwar nur möglich gewesen, ein Essen anzubieten, doch von kommender Woche an soll der Versuch mit drei Wahlessen für die Schüler gestartet werden.

Durch das Schließen des Gebäudes ruht derzeit auch der Betrieb des „China Hauses“. Inhaber Sathy Yoganathan, eigentlich durch nichts aus der guten Laune zu bringen, sieht sich nach Corona der nächsten Krise für sein Restaurant ausgesetzt. „Wir haben immer Pech“, meint er zur AZ. Er war zu Beginn der Woche zu einem Gespräch bei der Kreisbehörde. Auch der Eigentümer des Objektes seit Januar 2020, Rudolf Eden von der Elbländischen Wohnungsgesellschaft in Lenzen, nahm an dem Treffen teil. Er habe von den Vorfällen keine Kenntnis gehabt, erklärte er der AZ. Mit dem Kreis sei bereits am Montag eine Strategie entwickelt worden, um der Situation wieder Herr zu werden. Dienstag habe es einen Vor-Ort-Termin gegeben.

Nun müssen – in diesem Fall auf das „China Haus“ bezogen – im hinteren, für die Gäste nicht zugänglichen Bereich Umbauten und Modernisierungen vorgenommen werden. Inhaber Yoganathan hat nach eigener Aussage viele Geräte entsorgt und neue geordert. Weitere Arbeiten umfassen das Herausnehmen alter Rohre, das Einbauen einer neuen Elektroanlage, Fliesen- und Malerarbeiten. Zur Etage darüber müssen alle Löcher verschlossen werden, die sich durch den Austausch der Heizungsanlage vor knapp zwei Jahren ergeben haben.

Wie Rudolf Eden mitteilt, liegt dem Stadtbauamt seit 15. September, also noch vor den aktuellen Ereignissen, ein Antrag zur Vollsanierung des Gebäudes vor. Darüber sei auch vorher schon mit der Stadt geredet worden, habe sich jedoch durch die Corona-Pandemie bislang verzögert. Kurzfristiges Ziel sei erst einmal, Restaurant und Betrieb nach den Umbauten in zwei bis drei Wochen zu öffnen.

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