Geschichte wird pädagogisch aufbereitet / Rekordbesuch im Vorjahr

Kreis-Museen werben um die Schüler

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Dr. Jochen Alexander Hofmann (von links), der Leiter der Kreismuseen, sowie die Mitarbeiter Ulrich Kalmbach und Lothar Mittag zeigten gestern ein Plakat für die neue Ausstellung. 

Altmarkkreis. Am morgigen Mittwoch beginnt die neue Saison im Salzwedeler Danneil-Museum. Gestern wurden einige Höhepunkte vorgestellt. So kann die Ausstellung „Narrenkopf und thronende Madonna“ länger als geplant gezeigt werden.

„Eine Führung bietet morgen ab 15 Uhr die Möglichkeit, Details zu erfahren“, wirbt Ulrich Kalmbach vom Danneil-Museum. Auf dem Veranstaltungsplan für 2017 steht aber noch einiges mehr. So gibt es am Freitag, 24. März, einen Vortrag zum Thema „Funde im Untergrund“. Dann werden aktuelle archäologische Erkenntnise, die in der Salzwedeler Innenstadt erworben wurden, vorgestellt. Lothar Mittag, der sich um die Langobardenwerkstatt Zethlingen kümmert, wies auf ähnliche Veranstaltungen hin, deren Termine aber noch nicht feststehen. Dazu gehören Details zu Grabungen an der Schulenburg nahe Salzwedel.

Neuauflagen gibt es von den bewährten Veranstaltungen wie Aktionen für Kinder und Jugendliche. Dazu gehören Osterbräuche genauso wie Weihnachtsbasteleien. „Es wäre schön, wenn mehr Schulen zu uns kommen würden“, sprach Ulrich Kalmbach einen Schwerpunkt für 2017 an. Bei Bildungsstätten soll gezielt geworben werden. Neben Lehrerfortbildungen ist ein pädagogisch angelegtes Projekt im Nachgang der Ausstellung „Narrenkopf und thronende Madonna“ angedacht. Die kunst- und kulturhistorische Sammlung des Museums soll dabei mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Etliche Stücke wurden von Fachleuten restauriert.

Das Reformationsjubiläum wird mit einer Sonderausstellung aufgegriffen, die am 22. September eröffnet werden soll. „Weinberg–Wildschwein–Lutherbild“ lautet der Name. Einen Schwerpunkt bildet der Weinbergaltar von Lucas Cranach dem Jüngeren. Darüber hinaus erhalten auch wieder Stipendiaten, die 2016 in Salzwedel arbeiteten, die Möglichkeit, ihre Kunst auszustellen. Das Stipendiatenhaus spielt aber noch aus einem anderen Grund ein Rolle. „Wir beteiligen uns an dem 20-jährigen Bestehen“, kündigte Ulrich Kalmbach gestern an. So sollen Werke von Stipendiaten, die die Bandbreite der vergangenen Jahrzehnte repräsentieren, gezeigt werden. Neben den öffentlichen Veranstaltungen arbeiten die Mitarbeiter zum Beispiel daran, vorhandene Bestände zu digitalisieren. Diese können über das Internet abgerufen werden. „Dies ersetzt den Museumsbesuch aber nicht“, so Ulrich Kalmbach.

Das Diesdorfer Freilichtmuseum gehört ebenfalls zum Kreis. Wie Leiter Dr. Jochen Alexander Hofmann gestern erklärte, sollen die dortigen Höhepunkte extra vorgestellt werden. Knapp 19 300 Besucher kamen 2016 dorthin. Um die Einrichtung noch attraktiver zu gestalten, werden Bauprojekte ins Auge gefasst.

Von Christian Ziems

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Kreis-Einrichtungen mit Besucherrekord

Zethlinger Langobardenwerkstatt ist besonders begehrt

cz Altmarkkreis. Rund 28 000 Menschen besuchten im vergangenen Jahr die Museen des Altmarkkreises. „Damit hatten wir im Vergleich zu 2015 einen Zuwachs von 2000 Gästen“, freute sich Kreismuseumsleiter Dr. Jochen Alexander Hofmann. Er sprach von gestärkten Profilen und dass Neues gewagt werde. Dies komme, wie die Langobardenwerkstatt in Zethlingen zeige, gut an. Allein dorthin kamen 5300 Kinder und Erwachsene – ein Rekord.

Und auch für die Zukunft sieht es gut aus. Die Hoffnung, die Zahlen noch verbessern zu können, hat bereits eine Grundlage. „Im vergangenen Jahr gab es zu diesem Zeitpunkt rund 1000 Anmeldungen von Schulen, diesmal sind es bereits 1300“, informierte Lothar Mittag, der für die Einrichtung zuständig ist, bei einem Pressegespräch. Darüber hinaus gibt es Eltern, die gezielt nach Ferienwerkstätten fragen. Dabei wird Kindern mit praktischen Dingen wie dem Herstellen von kleinen Schmuckstücken sowie Bogenschießen gezeigt, wie die Germanen früher lebten. „Zu mir kam zum Beispiel ein Junge, der eine Urkunde besitzt, die er von uns erhalten und in die Zeugnismappe geheftet hatte und dies stolz zeigte“, freut sich Lothar Mittag über das Wertschätzen. Um dem Bedarf gerecht zu werden, soll es 2017 auch Werkstattangebote in den Herbstferien geben. Und das, obwohl die Einrichtung dann eigentlich die Saison abgeschlossen hat.

Seitens Schulen gibt es Nachfragen aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Niedersachsen. „Die Langobardenwerkstatt wird überregional immer bekannter“, ist sich Dr. Hofmann sicher. Bildungsstätten aus dem Bereich Magdeburg seien besonders interessiert. „Ich vermute, dies liegt an der Mund-zu-Mund-Propaganda“, so Lothar Mittag. Um die Einrichtung erhalten zu können, sei intensive Pflege nötig. Die Konstruktionen bestehen aus Holz und faulten zum Teil. Dies betreffe vor allem die Palisade. Darum wird der Bereich mit Hilfe des Fördervereins gesichert.


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