Nicht nur an Sperrmülltagen wird Unfug getrieben / Abfall in Wäldern

Kreis ist illegalen Müllentsorgern auf der Spur

Die Biotonne steht zum Abholen bereit. Foto: Ziems
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Die Biotonne steht zum Abholen bereit.
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Altmarkkreis. Wenn Einwohner anrufen und sich über Müll in der Öffentlichkeit beschweren, wird die Untere Naturschutzbehörde des Altmarkkreises aktiv. Doch die Suche nach Verursachern gestaltet sich schwierig. Die Mitarbeiter überwachen zudem Unternehmen der Branche.

Dazu gehören Metall- und Schrottverwerter genauso wie Hersteller von Verpackungsmaterialien.

Im aktuellen Verwaltungsbericht gibt es eine Übersicht. Allein 2016 mussten 43 Verfahren eingeleitet werden. Davon wurden bislang 19 eingestellt. In vier Fällen gab es rechtskräftige Bußgeldbescheide. Einige Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren sind noch offen.

Die Biotonne steht zum Abholen bereit.

Darüber hinaus wurde die Abfallorganisation geändert. So muss ab diesem Jahr mehr bezahlt werden. Die Gebührenerhöhung beträgt exakt 13,57 Prozent. Der Altmarkkreis hat ein neues Angebot, das vom Bund vorgeschrieben ist. In einem Modellversuch wird seit einigen Monaten die Biotonne in den Einheitsgemeinden Salzwedel und Gardelegen sowie den Orten Kalbe, Engersen und Klein Engersen getestet. Dies belastet den Haushalt der Abfallwirtschaft mit 3,57 Prozent. Größter Posten bleibt auch weiterhin das Betreiben der Deponie nahe Gardelegen. Knapp 40 Prozent der eingenommenen Gelder sind dafür nötig. Der Transport des Hausmülls macht etwa 16 Prozent aus, und das Verwerten des Grünschnitts von den extra dafür eingerichteten Wertstoffhöfen umfasst knapp sechs Prozent.

Etwa 30 Prozent aller Menschen im Altmarkkreis Salzwedel können derzeit die Biotonne nutzen. Dies soll ausgeweitet werden, wenn genügend Erfahrungen gesammelt wurden. Es gibt auch die Möglichkeit, eigene Komposthaufen zu nutzen. Über 3000 Haushalte haben sich bislang für die Biotonne entschieden. Dies entspricht mehr als ein Drittel der Altmärker, die angeschrieben wurden. Die kreiseigene Deponie GmbH hat neben dem Biobereich auch Altpapier neu übernommen. Insgesamt entstanden in dem Betrieb dadurch zwölf weitere Arbeitsplätze.

Von Christian Ziems

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