Angebot von Haushaltsgegenständen

Kostenlos Möbel bis vor die Haustür: Salzwedeler Sozialdepot versorgt Bedürftige

Vor dem Eingang des Sozialdepots Salzwedel am Kristallweg (v.l.): Projektleiter Torsten Berger, Beate Breslein, Bereichsleiterin akademie facultas gGmbH, Jobcenter-Mitarbeiter Frank Schülmann (zuständig für öffentlich geförderte Beschäftigung) und Jobcenter-Mitarbeiterin und Projektmanagerin Stefanie Horn-Harneid.
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Vor dem Eingang des Sozialdepots Salzwedel am Kristallweg (v.l.): Projektleiter Torsten Berger, Beate Breslein, Bereichsleiterin akademie facultas gGmbH, Jobcenter-Mitarbeiter Frank Schülmann (zuständig für öffentlich geförderte Beschäftigung) und Jobcenter-Mitarbeiterin und Projektmanagerin Stefanie Horn-Harneid.

Salzwedel – Schrankwände stehen neben Sitzecken, an der Decke hängen Lampen, auch Fernseher und andere Elektrogeräte sowie jede Menge Geschirr sind zu finden.

Was auf den ersten Blick vielleicht wie ein Möbel- oder Einrichtungshaus aussieht, ist das Sozialdepot, das sich am Kristallweg in Salzwedel befindet.

Einfach einkaufen kann dort niemand, denn das Depot steht nur Menschen zur Verfügung, die so wenig Geld haben, dass sie sich keine Möbel oder anderen Haushaltsgegenstände leisten können. „Die Sachen werden nur an Hartz-IV-Empfänger herausgegeben. Sie müssen ihre Bedürftigkeit mit einem Schein vom Jobcenter nachweisen und brauchen dann nichts zu bezahlen“, erklärt Projektleiter Torsten Berger.

Das Sozialdepot gibt es schon seit 2005, finanziert wird es aus Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt und aus Eingliederungsmitteln des Jobcenter Altmarkkreis Salzwedel. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen des Landesprogrammes „Stabilisierung und Teilhabe am Arbeitsleben“. „Das Jobcenter ist für die Zahlung der Mehraufwandsentschädigung zuständig, beim Träger anfallende Sachkosten werden mit Landesmitteln gedeckt“, berichtet die Projektmanagerin Stefanie Horn-Harneid. Denn das Sozialdepot versorgt nicht nur Hartz-IV-Empfänger mit Möbeln und vielem mehr, sondern beschäftigt auch Hilfebedürftige.

Auch Werkstatt und Spieleecke vorhanden

Berger: „Etwa 20 bis 25 Frauen und Männer arbeiten bei uns.“ Sie reparieren gespendete Möbel und Fahrräder oder nähen Kleider. Dafür erhalten sie vom Jobcenter Altmarkkreis Salzwedel eine Mehraufwandsentschädigung von 1,25 Euro pro Stunde. „Diese Menschen sind langzeitarbeitslos, über 35 Jahre alt und haben dazu noch Vermittlungshindernisse“, erläutert Stefanie Horn-Harneid.

In der Werkstatt reparieren Vladimir Germann (l.) und der Leiter Waldemar Haupt auch Möbel.

Das Sozialdepot verfügt neben dem Möbelfundus noch über eine Werkstatt, eine Spieleecke für Kinder und eine Spielekiste. „Dort wird alles genäht und repariert, was an Bekleidung kaputt ist. Für die Salzwedeler Tafel wurden auch schon Schutzmasken genäht“, informiert Torsten Berger. Das Sozialdepot werde täglich von etwa drei bis fünf Bedürftigen aufgesucht. Die Nachfrage sei durch die Corona-Pandemie aber nicht größer geworden, zwischenzeitlich eher etwas zurückgegangen wegen der Beschränkungen und Eindämmungsverordnungen, so der Projektleiter.

Hartz-IV-Empfänger, die Möbel oder andere Haushaltsgegenstände benötigen, können sich diese im Sozialdepot am Kristallweg anschauen, auswählen und dann nach Hause liefern lassen. Und das alles kostenlos. Eine gute Sache für Menschen, die oft nicht wissen, wie sie mit ihrem Geld auskommen sollen. Das Sozialdepot ist allerdings dringend auf Spenden angewiesen. Wer etwas abzugeben hat, das natürlich noch funktionsfähig und in zumindest gutem Zustand sein sollte, kann sich entweder direkt beim Sozialdepot am Kristallweg 8 melden oder unter Tel. (03 901) 85 836 oder (01 71) 30 60 853. Geöffnet hat das Sozialdepot Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 14 Uhr. VON CHRISTIAN REUTER

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