Kontrolle auf landwirtschaftlichem Weg von Ellenberg nach Wallstawe

Aufregung um Abkürzung

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Trotz eindeutigem Verbotsschild ist dieser gut ausgebaute Weg in Richtung Wallstawe eine beliebte Abkürzung für die Anwohner in Ellenberg. Aufregung gab es in dem Dorf als die Polizei dort kontrollierte.

Ellenberg. „Da fahren wir immer her“, sagt Peter Reisener aus Ellenberg. Gemeint ist der gut ausgebaute landwirtschaftliche Verbindungsweg von Ellenberg in Richtung Wallstawe. Gut fünf Kilometer sparen die Anwohner dank dieser Abkürzung.

Kürzlich kam Unruhe in dem kleinen Ort auf, denn die Polizei kontrollierte Autofahrer. „Dort steht eine eindeutige Beschilderung“, sagt Frank Semisch von der Polizei Salzwedel. Also ist die Durchfahrt verboten – mit Ausnahme für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge.

Dieses Verbot können laut Peter Reisener die Ellenberger nicht nachvollziehen. „Der Weg ist eine große Erleichterung für die Bevölkerung“, erklärt Reisener und verweist darauf, dass die Durchfahrt viele Jahre nie ein Problem dargestellt habe. Anwohner sollen zudem von einem vermeintlichen Waldbesitzer zurückgeschickt worden seien. „Auch das ist rechtens“, sagt Polizist Semisch, „solange keine Selbstjustiz ausgeübt wird und man sich nicht verkehrsgefährdend in den Weg stellt.“ Semisch verweist zur Begründung der Polizeikontrollen zudem darauf, dass solche Abkürzungen häufig auch von Alkoholsündern genutzt würden.

Für die Ellenberger und auch den Wallstawer Bürgermeister, Frank Wulff, ist das Durchfahrverbot trotzdem nicht nachvollziehbar. Wulff erwägt den Weg durch das Amt für Landwirtschaft und Flurneuordnung (ALFF) freigeben zulassen. Nach der sogenannten Bindungszeit könnte der Weg frei nutzbar sein, glaubt Wulff. „Das ist doch fast schon Gewohnheitsrecht“, erklärt Peter Reisener und verweist auch auf gestiegene Benzinpreise.

Unterdessen wird der Weg weiter ständig genutzt. Gestern Mittag fuhren zahlreiche Fahrzeuge die Abkürzung in Richtung Wallstawe. Platz ist dort genug. Problemlos kommen zwei Pkw aneinander vorbei.

Von David Schröder

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