Die Wochenrevue von Ulrike Meineke

Gemeckert wird – so oder so

Fest steht: Eine Sabine wird Salzwedels neue Bürgermeisterin – Amtsinhaberin Sabine Danicke oder Herausforderin Sabine Blümel. Natürlich wird nach der Wahl am Sonntag darüber spekuliert, wie sich die Stimmen der übrigen Bewerber wohl bei der Stichwahl am Frauentag, 8. März, verteilen werden.

Beide Bewerberinnen sind parteilos, das macht die Spekulationen schwieriger. Man weiß, dass Sabine Blümel in den Dörfern punkten wird. In Tylsen, Wieblitz-Eversdorf, Seeben, Chüden und Kemnitz/Ziethnitz war sie die Siegerin. Amtsinhaberin Sabine Danicke punktete dagegen in der Stadt, aber auch in Langen-apel, Klein Gartz, Henningen, Benkendorf, Mahlsdorf, Dambeck, Brietz, Osterwohle, Pretzier und Riebau.

Stappenbeck könnte ein Zünglein an der Waage werden, dort hatte die SPD-Kandidatin Katrin Pfannenschmidt mit 45 Prozent das beste Ergebnis eingefahren. Wie werden die Stappenbecker am 8. März wählen? Und wie werden sich die Stimmen für CDU-Mann Peter Fernitz und Jennifer Zeidler (Piraten) verteilen? Immerhin waren das am Wahlsonntag 1540 (Fernitz) plus 162 Stimmen (Zeidler). Einschließlich der 2115 Stimmen für Katrin Pfannenschmidt wären es 3817 Stimmen, die bei der Stichwahl auf Danicke und Blümel zu verteilen wären – vorausgesetzt, die Wahlbeteiligung liegt wiederum bei 47 Prozent.

Davon ist aber nicht unbedingt auszugehen. Oder doch?

Resignieren die Danicke-Gegner und sagen: Sie macht das Rennen ja doch? Gehen sie deshalb erst gar nicht wählen? Oder tun sie es erst recht, weil sie die Amtsinhaberin nicht noch eine Legislatur lang, immerhin sieben Jahre, wollen?

Ja – Sabine Danicke ist umstritten. Sabine Blümel auch. Man weiß, dass letztere Sabine für die gleichberechtigte Entwicklung von Ortsteilen und der Stadt kämpft. Die Frau der Zahlen aus dem Finanzamt kennt sich aus mit dem Haushalt, hat die Oberbürgermeisterin immer wieder angegriffen, weil sie die Verschuldung Salzwedels für zu hoch hält.

Und erstere Sabine hat ihre Widersacher vornehmlich in den Reihen der SPD, aber auch der CDU. Zum Teil wird ihr offen ausreichender Sachverstand abgesprochen, während mancher mit der Emotionalität Sabine Blümels so seine Probleme hat. Sie lässt sich bekanntlich nicht die Butter vom Brot nehmen.

Die SPD hatte von Anfang an angekündigt, dass sie den Posten neu besetzt haben will. Ihre Kandidatin Katrin Pfannenschmidt ist nun aber raus. Und auch weite Teile der CDU wollen einen Wechsel. CDU-Kandidat Peter Fernitz ist aber auch raus. Wie werden die SPD- und CDU-Wähler am 8. März abstimmen?

Es ist fraglich, ob sich Bürger an die die Empfehlungen der Stadtratsfraktionen halten. SPD, CDU und Freie Liste „Für Salzwedel“ haben in dieser Woche angekündigt, Sabine Blümel unterstützen zu wollen. Aber: Interessiert den Wähler das überhaupt? Es ist keine Parteienwahl ...

Fest steht nicht nur, dass eine Sabine das Rennen machen wird. Fest steht auch, dass hinterher gemeckert werden wird. Den lautesten Hals werden wieder jene haben, die nicht zur Wahl gegangen sind.

Von Ulrike Meineke

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