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Kommentar zum Angriff auf Friedhofsmitarbeiter: Ja, es war ein Wolf! Was denn sonst?

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Von: Ulrike Meineke

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Die einen mögen sie, die anderen verdammen die Wölfe in Deutschland. Viele brauchen sie nicht. Aber wenn sie schon mal da sind ... Und so lange sie uns nichts tun ...

Einig sind sich die meisten: Wölfe, die sich an Menschen gewöhnen, sind ein Problem. Sollte der Friedhofsmitarbeiter im Landkreis Rotenburg wirklich von einem Wolf gebissen worden sein, wird das die Politik mal wieder in Aufruhr versetzen. Was ist wichtiger – Artenschutz oder Schutz von Menschenleben?

Aber erstmal muss bewiesen werden, dass es ein Wolf war. Es könnte ja auch ein Schäferhund gewesen sein. Und das Rudel, das der Mann in der Nähe gesehen hat, waren vielleicht andere Schäferhunde. Bestimmt!

Die Schafe und Wildtiere, die täglich gerissen werden, müssen auch erst fachmännisch begutachtet werden, um sicher sagen zu können: Ja, es war ein Wolf! Was denn sonst? Laufen auf einmal überall in Wald und Flur verwilderte oder ausgebüxte Schäferhunde herum? Diese ganzen Wolfskompetenzleute sind doch überflüssig. Der Gipfel ist der Wolfs-Rettungswagen in Niedersachsen, der zum Einsatz kommt, wenn ein Wolf im Straßenverkehr verletzt wird.

Wie wird das wohl weitergehen? Wenn verhaltensauffällige Wölfe geschossen werden dürfen – welcher Jäger will sich den Hasstiraden danach aussetzen? Und wo will er sich auf den Problemwolf „ansetzen“? Das Gleiche gilt, wenn der Wolf ins Jagdrecht kommt und die Jäger es „richten“, sprich die Population eindämmen sollen. Ein Wolf ist kein Reh, das einen festen „Einstand“ hat, wie der Jäger die Reviertreue nennt. Die wenigsten Weidfrauen und -männer haben je einen Wolf zu Gesicht bekommen. Sie können sich den Hintern breit sitzen – und werden am Ende schuld sein, wenn das mit der Wolfsregulierung nicht klappt.

„Böse“, wie die Gebrüder Grimm den Wolf in ihrem Märchen „Rotkäppchen“ bezeichnen, sind die Raubtiere nicht. Es ist ihre Natur zu fressen. Aber die Moral von der Geschicht´ kommt der Realität heute doch sehr nah. Der Wolf ist ein intelligentes Tier – erst frisst er die Großmutter und dann will er mit einer List das junge Rotkäppchen verspeisen. Am Ende ist es der Jäger, der es „richtet“ ...

Von Ulrike Meineke

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