Salzwedel: Brötchentaste soll erhalten bleiben

Knapp 150 000 Euro von Parksündern

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Wer diesen Zettel an seinem Auto findet, der sorgt dafür, dass sich die Stadtkasse füllt. Parksünder und Raser zahlen für 2017 rund 340 000 Euro Verwarn- und Bußgelder. 

Salzwedel. Wer einen roten Zettel an seinem Auto findet, ist meist angefressen. Doch in den allermeisten Fällen haben die, die ihn angebracht haben, das Recht auf ihrer Seite. Und das freut die Kommunen.

Denn sie rechnen mit den Einnahmen aus dem Fehlverhalten der Autofahrer. Und das beweisen die Zahlen, die der AZ vorliegen. Stadtpressesprecher Andreas Köhler nannte die nüchternen Fakten: Bei den Parkverstößen, also dem Fehlverhalten im ruhenden Verkehr, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 10 473 Ordnungswidrigkeiten festgestellt und geahndet – davon 9 509 Verwarngeldverfahren und 964 Bußgelder/Kostenbescheide. Bei der Kontrolle des fließenden Verkehrs, also den Geschwindigkeitskontrollen, kam es 2017 zu 7 265 Ahndungen bei insgesamt 86 742 gemessenen Fahrzeugen. Die Folge: 6619 Verwarnungen sowie 646 Bußgeldverfahren, 70 Autofahrer mussten ihre Fahrzeuge stehen lassen.

Ein interessanter Fakt: Das schnellste gemessene Fahrzeug raste im vergangenen Jahr mit 101 Stundenkilometern innerorts durch Hoyersburg an der B 248. Das waren dann zwei Monate Fahrverbot, 305 Euro Bußgeld und zwei Punkte in Flensburg – also ein Viertel des Punktekontos ist dann voll, wenn man bei Null angefangen hat.

„Die zu erwartenden tatsächlichen Einnahmen für 2017 beliefen sich im ruhenden Verkehr auf 150 078,40 Euro. Von den Rasern erwartet Salzwedel 191 332,60 Euro“, heißt es aus dem Rathaus der Hansestadt.

Vier Mitarbeiter (Politessen) seien für die Kontrolle des fließenden Verkehrs im Schichtdienst tätig. Ein Mitarbeiter kontrolliert die Geschwindigkeit. „Nach Absprache mit dem Vorsitzenden der Werbegemeinschaft wird die geltende Regelung, sprich die „Brötchentaste“, weiterhin angeboten“, so Köhler.

Von Harry Güssefeld

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