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Klötze soll zum ÖPNV-Drehkreuz im Altmarkkreis werden

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Bei den Touren über Haldensleben nach Magdeburg könnte es ab Januar Veränderungen geben. Vorgesehen ist unter anderen ein Expressbus, der auf der B 71 fährt.

Altmarkkreis Salzwedel – Wie sieht der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Zukunft innerhalb des Altmarkkreises Salzwedel aus? Als Antwort gibt es ein Konzept, dass sich aber noch in der Diskussionsphase befindet – endgültig entschieden ist bislang nichts.

Öfter nach Magdeburg

Zu den Linien, die verändert werden sollen, gehört die Linie 100 (Salzwedel-Klötze-Gardelegen-Haldensleben-Magdeburg). Der Taktbus würde, wenn die Pläne umgesetzt werden, ab dem 1. Januar 2020 über Klötze (statt Kalbe) nach Magdeburg fahren (Zwei-Stunden-Takt). Der Nachteil: Die Orte Kalbe, Groß Engersen und Wernstedt wären dann nicht mehr Bestandteil des ÖPNV-Landesnetzes. Allerdings: Die Verantwortlichen haben an eine Alternative gedacht. Zum Ausgleich, damit Kalbe nicht abgehangen wird, soll die Hauptlinie 500 des Landkreises bis Wiepke verlängert werden. Dort gibt es Anschluss zur neuen Linie 100. Damit bleibt das bisherige zweistündige Angebot erhalten, allerdings mit einem Umstieg. Dies gilt auch für Groß Engernsen. Für Wernstedt gebe es aufgrund der geringeren Fahrgastzahlen die größte Veränderung. Reisende sollen künftig einen Rufbus nutzen – aber auch bei diesem Detail wird derzeit noch geprüft.

Kreisweit betrachtet, existieren für diese Linie noch weitere Pläne. Ein Expressbus könnte zwischen Salzwedel und Magdeburg auf der Bundesstraße 71 auf direktem Weg unterwegs sein. Und zwar ebenfalls im Zwei-Stunden-Takt. Die Landesshauptstadt wäre dann von der Kreisstadt aus stündlich zu erreichen. Der Bus würde auch an den Orten entlang der B 71 halten (außer Kakerbeck Mitte und Süd).

Wolfsburg ist das Ziel

Ab dem 27. August 2020 soll Wolfsburg vom Altmarkkreis Salzwedel aus gesehen besser angeschlossen und Klötze zum ÖPNV-Drehkreuz werden. karten: altmarkkreis salzwedel

Am umfassendsten soll die die Linie 300 (Salzwedel-Beetzendorf / Poppau-Klötze-Wolfsburg) weiterentwickelt werden. Ab dem 27. August 2020 würde die Linie laut den Plänen nicht wie bislang in Oebisfelde, sondern in Wolfsburg enden. Und zwar über Kunrau / Böckwitz im Zwei-Stunden-Takt (montags bis freitags). Ein zweiter Abschnitt soll über Beetzendorf das Ökodorf „Sieben Linden“ und Klötze im gleichen Takt ebenfalls nach Wolfsburg führen. Diese Busse treffen sich dann in Bandau, sodass für das Ökodorf ein Stundentakt zwischen Beetzendorf und Wolfsburg entsteht. Die Einwohner hatten einen Antrag gestellt und wollen ans Landesnetz angeschlossen werden. Außerdem wird in Beetzendorf eine barrierefreie Haltestelle für ein Seniorenheim entstehen.

Klötze ist als Treffpunkt für die Linien 300 und 100 eingeplant. Damit entsteht montags bis freitags zwischen Salzwedel und der Purnitzstadt ein stündliches Angebot und mit einem Umstieg in Klötze auch eine stündliche Möglichkeit, nach Wolfsburg zu gelangen. Für die Wochenenden ist eine zusammengefasste Linie vorgesehen, die dann auch über das Ökodorf „Sieben Linden“ fährt. Diese verbindet ebenfalls Salzwedel mit Wolfsburg (Zwei-Stunden-Takt). In der aktuellen Vorschlagsliste ist davon die Rede, dass Klötze mit den Veränderungen zu einem ÖPNV-Drehkreuz im Altmarkkreis Salzwedel werden soll. Dies entspricht auch dem aktuellen Landesentwicklungsplan von Sachsen-Anhalt.

Bei der Linie 200 (Salzwedel-Seehausen) handelt es sich ebenfalls um eine Landeslinie. Dort sind bislang keine Veränderungen geplant. Die Busse fahren weiterhin über Arendsee im Zwei-Stunden-Takt. Die bestehenden Rufbusfahrten ins brandenburgische Wittenberge und zurück, sollen wie gewohnt Bestand haben. Die Linie 400 wurde in die Linie 100 integriert (Zwei-Stunden-Takt über Klötze) und bleibt im Landesnetz enthalten.

VON CHRISTIAN ZIEMS

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