Alt-Aktivist fordert Taten und geht mit Mitstreitern hart ins Gericht

Klimaschutz: Genug Geschwätz

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Christfried Lenz fordert Taten für den Klimaschutz.
  • Holger Benecke
    VonHolger Benecke
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Nachdem der Klimastreik am Freitag in Salzwedel (wir berichteten) eher schlapp ausgefallen war, meldet sich nun Christfried Lenz zu Wort. Er fordert: Taten statt Gerede. Zur Erinnerung: Der Klima-Aktivist hatte seinerzeit federführend nicht nur das CO2-Verpressen bei Maxdorf verhindert, er hatte schon damals gesagt: Nicht nur Meckern, sondern auch Vormachen. Und hatte über die „BürgerEnergieAltmark“ einen Solarpark auf der Industriebrache Salzwedeler Chemiewerk einen Solarpark mit geschaffen.

Salzwedel - Lenz geht nun mit sehr persönlichen Worten an die Öffentlichkeit und redet Klartext. Denn geredet wurde ihm bisher zu viel: „ Ich hatte schon im Vorfeld klar gemacht, dass ich nicht am Klimastreik teilnehmen werde. Nach meinem Dafürhalten haben wir heute ein Stadium erreicht, wo nur noch klimaschützende Taten Sinn machen. Worte und symbolische Handlungen hat es genug gegeben. Die helfen nicht mehr.“

Stadium erreicht

Lenz erinnert dabei an ein Lied der Arbeiterbewegung: „Es macht ihn ein Geschwätz nicht satt, das schafft kein Essen her.“ Genauso sei es mit dem Klima. „Das kühlt sich durch Geschwätz auch nicht ab“, greift er zu klaren Worten. „Ich persönlich bin nun mal kein Schwätzer. Das, was ich für richtig halte und verbal verbreite, tue ich auch“, bekräftigt er. Als er der Überzeugung gewesen sei, dass nur die Arbeiterklasse eine bessere Welt schaffen könne, habe er seine Karriere beim Rundfunk an den Nagel gehangen, sei Arbeiter geworden und das auch 14 Jahre lang geblieben. Als er die Notwendigkeit der Energiewende erkannt habe, habe er seine Strom- und Wärmeversorgung auf 100-prozentig regenerativ und autonom umgestellt. Das sei bereits vor acht Jahren gewesen, erläutert Lenz, der erst kürzlich einem Mitstreiter aus der Bürgerinitiative „Kein Kohlekraftwerk Arneburg“ zwei Photovoltaik-anlagen auf seine Gartenhütten gebaut hat.

„Gilt auch für unsere BI“

„Mich interessieren Taten, denn der Worte sind genug gefallen. Das gilt auch für unsere BI, in der seit 2010 eifrig über erneuerbare Energien geredet wird, während Taten nur zwei Mitglieder aufzuweisen haben“, geht Christfried Lenz mit den eigenen Mitstreitern hart ins Gericht. Und:: „Das ist für mich eine Unstimmigkeit, bei der es mir widerstrebt, mitzuwirken. Wenn andere BI-Mitglieder den Antrieb haben, weiterhin Worte und symbolische Handlungen auszuführen, sollen sie es tun.“

Unstimmigkeiten

Christfried Lenz geht auch auf einen weiteren Aspekt des Salzwedeler Klimastreiks am Freitag ein: Er selbst habe etwa 60 Handzettel für die Veranstaltung verteilt, sei davon ausgegangen, dass die darauf erwähnten Organisationen ihr Einverständnis gegeben hätten. Das sei – wie sich anschließend herausgestellt habe – bei „Fridays for future“ nicht der Fall gewesen. Diese hätten im Gegenteil dazu aufgerufen, an der Salzwedeler Klima-Demo nicht teilzunehmen, weil diese „von ein paar Querdenkern und Legitimierern aus der Gegend organisiert und angemeldet“ worden sei. „Das ist unwahr und beschämend“, ärgert sich Christfried Lenz.

Keine „Querdenker“

Karl-Heinz Friedrichs habe die Demo angemeldet, und der sei kein „Querdenker“, sagt Lenz. Und fügt hinzu: „Zu der Corona-Thematik habe die BI .Saubere Umwelt und Energie Altmark‘ keine einheitliche Meinung.“ Persönlich sieht er das folgendermaßen: „Für mich haben die Corona-Maßnahmen nichts mit Gesundheitsschutz zu tun, und ich beteilige mich an diesen Maßnahmen nicht.“ Andere in der BI sehen das wiederum anders, so auch Demo Anmelder Karl-Heinz Friedrichs, der durchgeimpft sei, toleriert Lenz Andersdenkende. „Es gelingt uns in der BI, uns wegen dieser Differenzen nicht zu zerstreiten, sondern für unsere gemeinsamen Ziele weiterhin einträchtig zusammen zu arbeiten. Dies erscheint mir als etwas sehr Wertvolles“, macht er deutlich.

„Beschämend“

Beschämend sei, dass „Fridays for future“ Salzwedel seit geraumer Zeit nicht mehr wahrzunehmen sei und nicht einmal an dem weltweiten Aktionstag am Freitag etwas in der alten Hansestadt organisiert habe. „Dass sie stattdessen auch noch dazu aufriefen, an der Klimaschutz-Demonstration, die Karl-Heinz Friedrichs angemeldet, organisiert und für die er unter anderen an Schulen intensiv und erfolgreich geworben hatte, nicht teilzunehmen, ist unglaublich und widerspricht den Zielen von ,Fridays for future‘ weltweit“, bedauert Christfried Lenz, dass diese Organisation sich nicht an der Salzwedeler Aktion beteiligt hat.

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