Die Ingwers holen die Kunden mittels WhatsApp in ihr geschlossenes Möbelhaus

Klein Gerstedt: Mit neuen Ideen durch die Krise

Die Abstandsfrage stellt sich in dem weitläufigen Möbelhaus nicht. Die Betreiber sind dort von montags bis freitags telefonisch oder via Internet zu erreichen.
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Die Abstandsfrage stellt sich in dem weitläufigen Möbelhaus nicht. Die Betreiber sind dort von montags bis freitags telefonisch oder via Internet zu erreichen.

Klein Gerstedt – Langer Samstag, verkaufsoffener Sonntag, das Sommerfest sollte eigentlich auf das Frühjahr vorverlegt werden . . . „Können wir alles vergessen“, blickt Renate Ingwers auf ihr wegen der Corona-Krise seit dem 18.

März geschlossenes Möbelhaus in Klein Gerstedt. Neun Mitarbeiter sind in Kurzarbeit.

Trotzdem ist immer jemand im Geschäft – zumindest montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr. Denn ausgeliefert wird noch. „Die Kunden können sich ihre Bestellungen selbst abholen oder wir liefern sie“, erläutert Ralf Ingwers.

Virtuelles Probesitzen

Derzeit läuft das Geschäft via Telefon oder per Internet. Und da haben die Ingwers Glück gehabt. Denn eigentlich wollte die Telekom zum 1. April die ISDN-Leitung bei den Ingwers abschalten. Durch Corona ist das bis zum 20. April verschoben worden. So gibt es zwei heiße Drähte zum Möbelhaus. Für Anrufe die (03 901) 30 59 525.

Und dann hat sich Ralf Ingwers noch etwas einfallen lassen. Die (03 901) 30 59 526 ist eine sogenannte WhatsApp-Nummer, unter der die Kunden nachfragen und Bilder schicken bzw. Letztere und Antworten auch bekommen können. Weiterhin steht eine E-Mail-Adresse zur Verfügung: moebel-salzwedel@t-online.de. Für eine mobile Bestellung kann auch die Internetseite www.moebel-salzwedel.de aufgerufen werden.

„99 Prozent reagieren verständnisvoll“

Theoretisch könnten die Ingwers auch Kunden vor Ort bedienen, denn ihr Möbelhaus ist so groß, dass Abstandsregelungen problemlos einzuhalten wären. In den Supermärkten sieht es da ganz anders aus.

Trotz des geschlossenen Geschäftes läuft es aber ganz gut, schätzen Renate und Ralf Ingwers ein. „99 Prozent unserer Kunden reagieren verständnisvoll, nur einer hat bislang gemeckert“, freut sich Renate Ingwers über das Verständnis der Menschen untereinander. Und sie hofft, dass das auch nach der Pandemie so bleibt. „Wir geben uns auch alle Mühe, alle Wünsche unserer Kunden zu erfüllen – so gut es momentan geht“, sagen die Möbelhändler.

Aber manchmal gibt es Probleme mit den Lieferungen. So geschehen, als beispielsweise bei einem Möbelhersteller ein Corona-Fall aufgetreten ist und die Firma dichtgemacht wurde. Da konnten dann die Klein Gerstedter auch nicht liefern. Auch einige zeitliche Verzögerungen sind in der gegenwärtigen Corona-Lage möglich. „Wir halten alle auf dem Laufenden, teilen ihnen den jeweiligen Lieferstatus und so weiter sowie mögliche Verzögerungen mit. Wenn etwas nicht lieferbar ist, informieren wir unsere Kunden ebenfalls rechtzeitig“, schildert Renate Ingwers den gegenwärtig laufenden Geschäftsbetrieb im großen Klein Gerstedter Möbelhaus.

VON HOLGER BENECKE

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